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Deutschland / Welt USA fordern Abzug des deutschen Botschafters aus Nordkorea
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14:02 30.11.2017
Hier soll nach dem Willen der USA bald kein Botschafter mehr sitzen: die Deutsche Botschaft in Pjöngjang. Quelle: Foto: Auswärtiges Amt/Auswärtiges Amt/dpa
New York/Berlin

Die Aufforderung der USA, den deutschen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen, stößt in Deutschland auf Kritik. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte dazu am Donnerstag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND):. „Ein Abzug des deutschen Botschafters aus Pjöngjang wäre sinnlos. Dieser Schritt würde Kim Jong-un sicherlich nicht beeindrucken.“ Röttgen, der zuletzt Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag war, warnt vor einer weiteren Eskalation, sollte Deutschland der Forderung aus Washington folgen. „Dies würde eine politisch-diplomatische Lösung im Nordkorea-Konflikt, wie sie ja auch von den USA gefordert wird, weiter erschweren“, sagte Röttgen dem RND und betonte: „Für diplomatische Lösungen braucht man nun einmal diplomatische Vertretungen und Kanäle.“

Auch Unions-Außenpolitiker Jürgen Hardt ist der Meinung, Deutschland solle der Aufforderung nicht folgen: „Für das Nordkorea-Problem kann es letztlich nur eine diplomatische Lösung geben.“ Dabei könne man sich nicht alleine auf die chinesische oder russische Botschaft verlassen, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete. „Es ist gut, dass Europa und damit der Westen mit der deutschen Botschaft einen Anker in Pjöngjang hat.“

Der Druck auf Nordkorea soll erhöht werden

Nach dem Test einer neuen Interkontinentalrakete durch Nordkorea hatten die USA das Auswärtige Amt in Berlin aufgefordert, seinen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen. Länder mit diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea wie Deutschland sollten diese abbrechen, um den Druck auf Pjöngjang im Atomstreit mit dem kommunistischen Land zu erhöhen, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Mittwoch.

Nauert antwortete auf die Frage eines Reporters, ob Deutschland seine diplomatischen Beziehungen beenden sollte. „Ruft Euren Botschafter zurück“, sagte sie mit Blick auf Deutschland und andere Länder.

Die Bundesrepublik gehört anders als die USA zu den Ländern, die ihre diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea trotz dessen Atomprogramms aufrechterhalten haben. Deutschland wird gegenwärtig von dem Diplomaten Thomas Schäfer in Nordkorea repräsentiert.

Thomas Schäfer, deutscher Botschafter in Nordkorea. Quelle: dpa

Die USA nahmen auch andere Länder in die Pflicht. In einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York am Mittwoch (Ortszeit) forderten sie insbesondere China auf, seine Öllieferungen an das benachbarte Nordkorea zu stoppen.

Russland gegen einen Stopp der Öllieferungen

„China muss mehr tun“, sagte UN-Botschafterin Nikki Haley. Chinas Präsident Xi Jinping habe die Chance, „das Richtige zum Vorteil aller Länder zu tun“. Andernfalls könnten die USA die „Öl-Situation selbst in die Hand nehmen“. Konkrete Schritte als Reaktion auf den Test, mit dem Nordkorea erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen hat, beschloss der Sicherheitsrat nicht.

China regagierte zurückhaltend auf die Forderung der USA. Peking sei stets dafür eingetreten, die vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen umzusetzen, sagte Außenamtsprecher Geng Shuang am Donnerstag in Peking. Eine Lösung des Konflikts müsse mit „Verhandlung und Dialog“ erreicht werden. Ein militärisches Eingreifen sei keine Option. Im Einklang mit bisherigen UN-Sanktionen hatte China seine Öllieferungen an Nordkorea im Oktober beschränkt, aber nicht komplett eingestellt.

Auch Russland sprach sich gegen einen Stopp der Öllieferungen aus. „Wir stehen dem ablehnend gegenüber“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag in Minsk. Moskau habe schon mehrmals betont, dass der Druck durch Sanktionen keine Wirkung zeige. Die Haltung der USA könne Pjöngjang sogar zu dem jüngsten Raketenstart provoziert haben. „Es scheint, als ob alles mit der Absicht gemacht wurde, damit (der nordkoreanische Machthaber) Kim Jong Un ausrastet und eine weitere verzweifelte Tat unternimmt“, sagte Lawrow der Agentur Tass zufolge.

Nordkoreas 19. Raketentest in diesem Jahr

Es war Nordkoreas 19. Raketentest in diesem Jahr; im September hatte das Land zudem zum sechsten Mal einen Atomtest unternommen. „Dieser Start ist absolut inakzeptabel“, sagte Japans UN-Botschafter Koro Bessho im Sicherheitsrat. „Wir haben Glück, dass niemand verletzt wurde.“ Die Rakete stürzte ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer). Die Hwasong-15 war den Angaben Nordkoreas 4475 Kilometer in die Höhe und 950 Kilometer weit in Richtung Osten geflogen.

Das südkoreanische Militär hält für denkbar, dass das tatsächlich ein neuer Raketentyp gewesen sein könnte. Das sagte ein Sprecher des Generalstabs laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap. Demnach gibt es Unterschiede zum Vorgängertyp Hwasong-14, den Nordkorea im Juli getestet hatte. Experten zweifelten bisher, ob Nordkorea in der Lage ist, einen so kleinen Atomsprengkopf zu fertigen, dass er auf eine Rakete passt.

Von dpa/Marina Kormbaki

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