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Deutschland / Welt USA bekennen sich wieder zu ihrer Verantwortung
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18:29 09.04.2017
Trump und seine Mitarbeiter sitzen im Situation Room während des Luftschlags in Syrien zusammen. Quelle: AP
Hannover

In Sachen politischer Propaganda bleibt Baschar al-Assad ein Meister. Als Antwort auf den unerwarteten US-Angriff stiegen am Wochenende wieder Kampfjets vom Stützpunkt Schairat auf, um die syrische Bevölkerung zu bombardieren. Die Botschaft aus Damaskus ist eindeutig: Donald Trumps Raketen werden den Lauf der Dinge an der Levante nicht ändern. Ob sich der Machthaber mit dieser Unbeirrbarkeit letztlich durchsetzt?

An der komplizierten Gemengelage hat sich zunächst einmal nichts Grundlegendes verändert. Moskau verurteilt den Alleingang des US-Präsidenten und will in aller Eile die Luftabwehr der syrischen Regierungstruppen verstärken. Die Rebellen wiederum hoffen erwartungsgemäß auf weitere Luftschläge durch das amerikanische Militär.

Die eigentlichen Überraschungen finden sich jenseits der Schlachtfelder: Gestern forderte erstmals ein hochrangiger schiitischer Geistlicher aus dem Irak Assad zum Rücktritt auf. Und in der russischen Regierung fiel die Verurteilung des Angriffs auf den Verbündeten eher maßvoll aus, zumal Amerikas Außenminister am Mittwoch zu Gast ist.

Wenn sich die USA wieder zu ihrer Verantwortung bekennen und zumindest auf die Einhaltung roter Linien drängen, und wenn im Kreml die Erkenntnis wächst, dass ein Siegfrieden Assads nicht von Dauer wäre, könnten sich neue Chancen auf ein internationales Abkommen ergeben.

USA: Zukunft Syriens nur ohne Assad

Zu den vielen Ungewissheiten zählt zunächst einmal Trump selbst. In Syrien nicht einzugreifen, zählte ausdrücklich zu seinen Wahlkampfversprechen. Noch lässt sich nicht sagen, ob der Feuerbefehl für die Tomahawk-Raketen nur einer spontanen Empörung folgte, das Giftgas-Verbrechen zu sühnen. Es spricht jedoch einiges dafür, dass es das Weiße Haus mit der Kurskorrektur ernst meint: Nikki Haley, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, stellte klar, dass es eine Zukunft Syriens mit Assad nicht geben werde.

Wegweisend dürften zudem die jüngsten Personalentscheidungen sein: Der rechtsnationale Ideologe Steve Bannon mit seinen „America First“-Rufen wurde aus dem Nationalen Sicherheitsrat gedrängt, um Herbert Raymond McMaster und Verteidigungsminister James Mattis mehr Spielraum zu geben – Generälen, die an den althergebrachten Werten Amerikas festhalten.

Die Militärs dürften die weltweite Wirkung des Luftschlags genau im Blick haben. Die Strafmission galt Syrien, aber die eigentlichen Sorgen der Sicherheitsberater gelten zurzeit eher Nordkorea. Dass gestern ein US-Flugzeugträger im Pazifik Kurs auf die koreanische Halbinsel nahm, ist als klare Drohung zu verstehen. Ob sich hinter diesen Aktionen langfristige Strategien verbergen, muss sich erst noch zeigen. Aber es könnte ein Anfang sein.

Von Stefan Koch

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