Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Welt Türkei erhebt Terrorverdacht gegen deutsche Firmen
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Türkei erhebt Terrorverdacht gegen deutsche Firmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:54 19.07.2017
Türkischer Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Quelle: dpa
Berlin

Wie die „Zeit“ berichtet, hat die türkische Regierung den deutschen Behörden eine weitere Liste mit angeblichen Terrorunterstützern übergeben, auf der sich erstmals auch deutsche Firmen befinden würden. Die Liste sei dem Bundeskriminalamt bereits vor Wochen übergeben worden.

Daimler und BASF im Visier türkischer Ermittler

Demnach stehen dort die Namen von 68 Unternehmen und Einzelpersonen, darunter auch Daimler und BASF, aber auch ein Spätkauf-Imbiss sowie eine Dönerbude in Nordrhein-Westfalen. Die genannten Unternehmen sollen dem Bericht zufolge Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen haben, die in der Türkei als Terrororganisation verfolgt wird.

Das Innenministerium wollte den Bericht am Mittwoch nicht bestätigen. Die türkische Seite stelle aber regelmäßig Informationen zur Verfügung, sagte ein Sprecher. Dabei gehe es um normale Straftaten, aber auch um die Zugehörigkeit zu terroristischen Vereinigungen. Dann werde auch geprüft, ob gelistete Personen gefährdet seien.

Für die Unternehmen dürfte dies dennoch Folgen haben. Das kann von öffentlicher Brandmarkung über Boykottaufrufe bis hin zu rechtlichen Problemen führen.

Die Türkei steht wegen der Massenkündigungen und Verhaftungen nach dem Putschversuch international in der Kritik. Zehntausende Beamte und Lehrer wurden entlassen und inhaftiert.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch vor einem Jahr sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung bislang 22 deutsche Staatsbürger in der Türkei festgenommen worden, darunter der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel.

Deutschland bestellte am Dienstag wegen der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner den türkischen Botschafter ein. Außenminister Sigmar Gabriel unterbrach seinen Urlaub.

Von RND/dpa