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Deutschland / Welt Trumps ideologischer Auftakt
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19:29 20.01.2017
Präsident Trump während seiner ersten Rede als Amtsinhaber. Quelle: AP
Washington

Es hatte alles so feierlich und versöhnlich begonnen, wie es das würdevolle Protokoll der Amtsübergabe in den Vereinigten Staaten vorschreibt. Am Morgen Tee mit Obamas, Bussis vor dem Weißen Haus, warme Worte für seinen Vorgänger und die First Lady. Im Vorfeld der Vereidigung schien es, als habe die Größe des Amtes selbst Donald Trump versöhnlich und demütig werden lassen.

Er ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Donald Trump übernimmt von Barack Obama das Weiße Haus. Washington ist am Inauguration-Day im Ausnahmezustand.

Und auch während der Stabübergabe auf dem Capitol Hill schien Trump zunächst dem zivilisatorischen Druck der Geschichte und der Bürde des Amtes nachzugeben. Nette Worte allerorten. Doch kaum war der Amtseid geleistet, legte er los. Ganz seiner Rolle genügend, grüßte er zunächst huldvoll die Welt und dankte den Obamas. Danach gab es kein Halten mehr. Er wandte sich ausschließlich an die eigenen Anhänger, hatte auch kein Wort für seine einstige Konkurrentin Hillary Clinton übrig – was sehr ungewöhnlich ist, gilt doch die freundliche Geste gegenüber dem unterlegenen Kandidaten zum guten Ton der ersten Präsidentenworte in den USA.

Eine Apokalypse geradezu biblischen Ausmaßes

„Heute übertragen wir nicht nur die Macht von einer Regierung auf die nächste, sondern wir geben die Macht aus Washington zurück an euch, das amerikanische Volk“, legte der Präsident los – und malte ein Bild einer untergehenden und verarmenden Nation, während deren Niedergang „das Establishment“ in Washington feierte und Völlerei betrieb. Eine Apokalypse geradezu biblischen Ausmaßes hätte die „Politik“ angerichtet, so klang es in Trumps Worten, aber das werde sich nun alles ändern: „Washington blühte auf, aber im Land schlossen die Fabriken. Das Establishment schützte sich selbst. Ihre Triumphe waren nicht die euren. Ihr hattet nichts zu feiern.“ Und weiter: „Menschen in Armut, abgewrackte Fabriken, wie Grabmäler über das Land verteilt, Kriminalität in den Innenstädten – dieser amerikanische Alptraum hört genau hier und heute auf.“

Ab jetzt, das machte Trump mehr als deutlich, gelten keinerlei Regeln mehr, die gestern noch das Leben bestimmt haben. „Jahrzehnte haben wir ausländische Industrien unterstützt und die eigene vernachlässigt. Das gilt auch für unsere Armee, unsere Grenzen und unsere Wirtschaft. Wir haben andere reich und uns arm gemacht.“ Und weiter: „Amerika wird wieder siegreich sein – und es wird ein Sieg sein wie niemals einer zuvor es war.“ Die Welt hat sich darauf einzustellen und bekam es auch mehr als deutlich zu hören: „Ab heute heißt es nur noch: America first!“

Trump will ein Freund sein – zu seinen Bedingungen

Zwar sprach der neue Präsident auch davon, der ganzen Welt ein guter Freund sein zu wollen, allerdings eben zu seinen Bedingungen. „Jede Entscheidung wird davon abhängig gemacht, ob sie Amerikas Wirtschaft und Bevölkerung hilft.“ Die Linie ist klar: „Protektionismus führt zu Reichtum und Stärke.“ Das ist keine politische Überzeugung, das war eine Drohung. Denn Trump sprach nur scheinbar zum ganzen Land, er sprach ausschließlich zu seinen Anhängern, die er auch bei seiner ersten Rede im Amt als „Bewegung“ bezeichnete. Trumps erster Auftritt jedenfalls ließ nichts Gutes ahnen.

„Die Zeit des Politikergeschwätzes ist vorbei. Jetzt ist die Stunde des Handelns gekommen. Ein neuer nationaler Stolz wird alle Gräben zuschütten. Unser aller Blut hat die rote Farbe der Patrioten, ob wir weiß, schwarz oder braun sind. Von Ozean zu Ozean gilt ab heute: Ihr werdet niemals mehr ignoriert werden. Eure Träume werden das Schicksal unseres Landes definieren. Zusammen werden wir Amerika sicher, stolz und groß machen. Wir werden Amerika wieder groß machen.“

Von RND/Daniel Killy

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