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Deutschland / Welt Trumps Sprecher: Auch ein Kind kann eine Bedrohung sein
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12:27 31.01.2017
Sean Spicer, Sprecher des Weißen Hauses. Quelle: AP
Washington/Hannover

Am Wochenende sind etwa 100 Menschen an amerikanischen Flughäfen festgehalten worden, unter ihnen auch ein fünfjähriger Junge. Sicherheitsbeamte hätten dem Kind Handschellen angelegt und ihn erst nach mehreren Stunden gehen gelassen, berichten die britische Zeitung „Mirror“ und der US-Nachrichtensender CNN. Die Mutter habe währenddessen am Flughafen auf den Jungen warten müssen. Ein Video zeigt, wie sie ihren Sohn erst nach Stunden in die Arme schließen konnte.

Trumps Sprecher rechtfertigt Handschellen für fünfjähriges Kind

Hintergrund ist das US-Einreiseverbot, das Trump am vergangenen Freitag per Exekutiverlass erlassen hatte. Damit verbot er Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Staaten die Einreise und setzte das US-Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge aus. Der US-Präsident verfügte, dass Staatsbürger aus den sieben mehrheitlich muslimischen Ländern Irak, Syrien, Iran, Sudan, Libyen, Somalia und Jemen drei Monate lang nicht in die USA einreisen dürfen. Als Grund nannte er, dass in diesen Staaten eine besonders hohe Terrorgefahr bestehe.

Journalisten sprachen Trumps Sprecher auf den Fall des Jungen an. Sean Spicer dementierte die Geschichte nicht, wie „Spiegel Online“ schrieb, sondern rechtfertigte das Vorgehen gegen das Kind. „Anzunehmen, dass jemand nur aufgrund seines Alters oder seines Geschlechts keine Bedrohung darstellen könnte, ist irreführend und falsch“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses. Die Einreise in die USA sei grundsätzlich ein Privileg und kein Recht. Mit seinem Erlass wolle Trump Anschlägen zuvorkommen und nicht nur reagieren, sagte Spicer.

„Schäm Dich, Donald Trump“

Nach Angaben des „Mirror“ wird angenommen, dass die Mutter im Iran geboren wurde. Der Junge selbst sei von Senator Chris Van Hollen als Amerikaner identifiziert worden, der im Bundesstaat Maryland lebe. „Schäm Dich, Donald Trump, schrieb Chris Van Hollen auf seiner Facebookseite. Der genaue Grund, warum der Junge festgehalten wurde, wurde aber nicht bekannt.

Der Protest gegen das Einreiseverbot hält an. Zahlreiche Top-Manager von US-Firmen wie Facebook, Apple und Coca-Cola gehen wegen des Einreiseverbots auf Distanz zu US-Präsident Donald Trump. Auch der frühere US-Präsident Barack Obama äußerte sich dazu.

Von RND/wer/ap/dpa

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