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Deutschland / Welt Trumps Amtseinführung dominiert Washington
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03:00 18.01.2017
Quelle: imago
Washington

Hunderttausende Menschen werden diese Woche in der US-Hauptstadt Washington erwartet - zum Feiern oder Protestieren. Zur Amtseinführung Donald Trumps am Freitag und einer großen Demonstration am Tag danach rechnet Washington mit Massenandrang in den Straßen. Wie viele Menschen aber tatsächlich kommen, ist nicht klar. Behörden schätzen, bei der Einführung Trumps ins Präsidentenamt werden 800.000 bis 900.000 Personen dabei sein. Ebenfalls Hunderttausende sollen am Samstag zum sogenannten Frauenmarsch auf Washington kommen.

Trump selbst hat „massive Menschenmengen“ bei seiner Amtseinführung versprochen. Doch was genau das bedeuten wird, ist unklar. Der künftige Präsident hat im Wahlkampf gezeigt, dass er Mengen anziehen kann. Doch seine Unterstützer waren nicht so schnell dabei, Pläne zu machen, um für die Amtseinführung in der Hauptstadt zu sein.

„Bei niemandem klingelten die Telefone“

Vor dem Wahltag im November hätten Hotels schon mal vorsichtig mehr Veranstaltungen für einen Sieg Hillary Clintons als für einen Donald Trumps geplant gehabt, sagt Elliott Ferguson, Präsident von Destination DC, dem Kongress- und Tourismusbüro der Stadt. Als Trump gewonnen habe, hätten das „Enthusiasmuslevel“ und die Nachfrage nach Hotelzimmern nicht sofort das gleiche Level wie bei anderen Amtseinführungen der jüngeren Vergangenheit erreicht. „Bei niemandem klingelten die Telefone“ am Tag nach der Wahl, wie Ferguson sagt.

Nach dem Jahreswechsel kam dann langsam Schwung in die Sache. Doch hätten einige Hotels den Mindestaufenthalt für Gäste von vier Nächten auf zwei reduziert, sagt Ferguson. Einige Hotels seien nur zur Hälfte voll, doch gebe es in gehobeneren Einrichtungen offenbar mehr Buchungen. „Es ist viel, viel langsamer gewesen, als irgendjemand für einen Präsidenten in einer ersten Amtszeit erwartet hätte.“ Ferguson zufolge hat der Marsch am kommenden Samstag die Reservierungen angekurbelt.

2009 kamen 1,8 Millionen um Obama zu feiern

Stadtplaner setzen darauf, dass Trumps Amtseinführung eher der zweiten von Barack Obama 2013 ähnelt (mehr als 800.000 Leute vor Ort), als Obamas erster im Jahr 2009. Diese hatte 1,8 Millionen Menschen angezogen. Doch während Behördenvertreter auf Erfahrung und historische Daten zurückgreifen können, um die Teilnehmerzahlen für Freitag zu schätzen, ist es schwieriger zu planen, wie viele zu der Demonstration am Samstag auftauchen werden.

Organisatoren des „Women's March on Washington“ gaben beim Antrag um eine Demonstrationserlaubnis an, mit 200.000 Teilnehmern zu rechnen. Christopher Geldart, Heimatschutzdirektor im Hauptstadtbezirk District of Columbia, glaubt, dass der Marsch eine größere Zahl anziehen wird. Rund 1800 Busse hätten sich registriert, um am Samstag in Washington zu parken. Dies würde bedeuten, dass knapp 100.000 Leute allein per Bus anreisen, sagt er. An dem Tag seien auch Amtrak-Züge nach und aus Washington vollständig ausgebucht.

Mehr als 100.000 Menschen registriert

Im Kontrast dazu haben sich etwa 400 Busse registriert, um am Tag der Amtseinführung in der Stadt zu parken, wie Verkehrsbehördensprecher Terry Owens sagt. Die Zahl steige aber täglich.

Marsch-Organisatoren versuchen, sich ein Bild von der Teilnehmerzahl zu verschaffen, indem sie Personen, die kommen wollen, auffordern, einen Fragebogen auf ihrer Webseite auszufüllen. Dies soll dazu beitragen, dass sie genug transportfähige Toiletten, medizinische Zelte und Essenswagen haben, wie Janaye Ingram erklärt, die sich um die Logistik kümmert. Mehr als 100.000 Menschen hätten sich bereits anhand des Formulars registriert.

Das Transportunternehmen Rally mit Sitz in New York City hat viele der Busse organisiert, die für den Marsch nach Washington kommen. Die Zählung umfasst Busse aus mehr als 200 Städten in 26 US-Staaten. Firmenpräsidentin Siheun Song sagt, im nordöstlichen Teil der USA seien für Samstag die Reisebusse größtenteils ausverkauft. Die Nachfrage sei so hoch, dass das Unternehmen Schulbusse verwende, um Personen aus dem US-Staat Maryland zum Marsch zu bringen.

Die für das Bahn- und Bussystem in der Hauptstadt zuständige Verkehrsbehörde plant am Tag der Amtseinführung einen ganztägigen Einsatz, um Personen von A nach B zu bringen. Der Betrieb wird um vier Uhr morgens (Ortszeit), und damit eine Stunde früher als normal, beginnen und 17 Stunden bis 21.00 Uhr laufen. Für den Marsch am Samstag wurde der normale Ablauf nicht geändert.

Von RND/ap