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Deutschland / Welt Trump wettert gegen Ex-Berater Bannon
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07:18 04.01.2018
US-Präsident Donald Trump und sein ehemaliger Chefstratege Steve Bannon Quelle: dpa
Washington

„Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, so lauten die Worte einer offiziellen Pressemitteilung, die die Trump-Regierung am Mittwoch versendet. In 1158 Zeichen lässt der US-Präsident seiner Wut über den ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon freien Lauf.

Anlass für die Auseinandersetzung ist die anstehende Veröffentlichung eines Buches von Michael Wolff. Im seinem Werk „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) stellt der Journalist Trump als undisziplinierten Präsidenten dar, der den Sinn für die Realität verloren habe und selbst von seinen engsten Beratern missachtet werde.

„Trashige Boulevard-Fiktion“

Für das Buch habe Wolff in 18 Monaten über 200 Interviews geführt. Er habe einen festen Sitz auf einem Sofa im Westflügel der Regierungszentrale in Washington gehabt. Das Weiße Haus weist das zurück. Das Buch sei voll mit falschen und irreführenden Behauptungen von Menschen, die keinen Zugang oder keinen Einfluss hätten, sagt Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Es sei nicht mehr als „trashige Boulevard-Fiktion“.

Erste Auszüge, die im „New Yorker“-Magazin erschienen, beschreiben unter anderem, dass in Trumps Wahlkampfteam kaum jemand an einen Sieg geglaubt habe. Nicht einmal Chefstratege Bannon selbst. Michael Flynn, der später seinen Posten als Sicherheitsberater nach nur 25 Tagen räumen musste, soll so sogar ein Redehonorar eines russischen Staatssenders heruntergespielt haben. Flynn habe zu einem Freund gesagt, dass die 45.000 US-Dollar, die er für die Rede bekommen habe, nur ein Problem darstellten, wenn man die Wahl gewinnen werde.

Aus der Kriegszentrale

Mit harschen Worten hat der Präsident nun mit Bannon abgerechnet. In der Pressemitteilung äußert er Zweifel an dessen geistiger Verfassung und beschreibt ihn als Scharlatan. „Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun“, so Trump. Der ehemalige Berater habe nur wenig Anteil an seinem Wahlsieg gehabt. Trump bricht auch mit Bannon, weil dieser Trumps ältestem Sohn wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin kritisiert hatte. Das sei „Verrat, unpatriotisch und übler Mist“ gewesen, zitiert der „Guardian“ Barron.

Bannon selbst war während seiner Zeit im Weißen Haus bemüht, das Image eines düsteren Strategen zu pflegen. Sein Büro im Westflügel bezeichnete er oft als „War Room“, als Kriegszentrale. An einer Wand hing ein Zettel mit Versprechen, die Trump während des Wahlkampfes gemacht hatte und die Bannon in den ersten hundert Tagen der Präsidentschaft umsetzen wollte.

Gegen das Establishment

Nach etwas mehr als zweihundert Tagen im Amt fiel Bannon jedoch dem Machtkampf im Weißen Haus zum Opfer. Seither sucht er populistische Kandidaten, die er in seinem selbst erklärten „Krieg gegen das Establishment der Republikaner“ in die parteiinternen Vorwahlen schicken will.

Im letzten Absatz der Pressemitteilung betont Trump, dass es viele „großartige republikanische Kongressmitglieder und Kandidaten“ gebe, die hinter seiner Agenda stünden. Genau wie ihm selbst sei ihnen daran gelegen, das Land aufzubauen, „statt einfach alles niederbrennen zu wollen“. Trump stellt sich damit auf die Seite jener Konservativen, die seit längerem gefordert hatten, er müsse sich von Bannon lossagen.

Von RND/dpa

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