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Deutschland / Welt Islamisten planten angeblich mehrere Anschläge
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12:00 01.01.2016
Wegen einer Terrorwarnung wurden der Hauptbahnhof in München und der Bahnhof in Passung geräumt.  Quelle: dpa
München

Nach der Räumung des Münchner Hauptbahnhofs wegen einer Terrorwarnung bleibt die Polizei in Alarmbereitschaft. Auch am Neujahrsmorgen sei die Polizeidichte in der bayerischen Landeshauptstadt höher als üblich, teilte eine Sprecherin mit. Am Silvesterabend hatte die Polizei wegen drohender Doppel-Anschläge durch Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Pasing im Westen der Stadt evakuiert. Rund 550 Einsatzkräfte waren im Einsatz. "Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der Nacht.

Bei den akuten Terrorwarnungen für die Silvesternacht in München haben die Behörden von befreundeten Geheimdiensten auch Namen von Verdächtigen übermittelt bekommen. Dies treffe auf etwa die Hälfte der fünf bis sieben potenziellen Attentäter zu. Das sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä am Freitag in München. Er betonte aber: "Ob es die Personen tatsächlich gibt, wissen wir nicht." Man habe Namen genannt bekommen, habe diese aber weder in München noch sonst irgendwo lokalisieren können. Ob es die Personen gebe, könne man nicht sicher sagen, man könne dies aber auch nicht ausschließen. Die Abklärungen liefen noch.

Pressekonferenz noch in der Nacht

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten bewachten in Kampfmonturen nachts den Hauptbahnhof. Laut BR sollen sich die verdächtigen Iraker in München aufgehalten und namentlich bekannt sein. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die erste konkrete Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. Unklar sei noch, ob die Verdächtigen selbst die Tat verüben wollten oder Helfer gewesen wären. Bereits am Mittag des 31. Dezembers gab es nach BR-Informationen erste Warnungen von US-Geheimdiensten.

Innenminister Herrmann hielt in der Neujahrsnacht eine Pressekonferenz ab. "Der Hinweis bezog sich ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht", sagte er. "Nun sind seither schon wieder zwei Stunden vergangen. Wir hoffen, dass es weiterhin ruhigbleibt und dass dieser Anschlag nicht stattfindet - vielleicht weil er tatsächlich gar nicht so geplant war oder vielleicht weil die Täter jetzt davon Abstand genommen haben." Das sollten die Ermittlungen der nächsten Tage zeigen.

Hinweis vom Bundeskriminalamt

Auch Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte gegen 2 Uhr, die Behörden sähen die Lage momentan als entspannter an als vor Mitternacht. Trotz intensivster Ermittlungen seien die Informationen über einen Selbstmordanschlag nicht konkretisiert worden, teilte Andrä mit.

Der Hinweis kam laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die "dringende Warnung" vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten habe.

Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten Islamischen Staates (IS) beinhaltet. "Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann." Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar gewesen mit der in Hannover, wo Mitte November nach den Anschlägen von Paris ein Fußball-Länderspiel abgesagt worden war.

Am Silvesterabend hatte die Münchner Polizei um 22.40 Uhr via Twitter gewarnt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof in Pasing zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um größere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Es sei nicht klar, wohin mutmaßliche Täter gingen, wenn sie nicht an die eigentlichen Anschlagziele gelangten, sagte ein Sprecher. Der Hauptbahnhof war abgeriegelt, Einsatzkräfte mit schweren Waffen sicherten ihn. Zwischen 3.30 und 4.00 Uhr gab die Polizei die Bahnhöfe wieder frei. Der Bahnverkehr konnte planmäßig fahren.

dpa

In Brüssel ist ein weiterer Verdächtiger im Zuge der Ermittlungen zu den Anschlägen von Paris inhaftiert worden. Dem 22-jährigen Ayoub B. aus dem Brennpunktviertel Molenbeek bei Brüssel würden "terroristische Morde und Beteiligung an den Aktivitäten einer Terrorgruppe" vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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