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Deutschland / Welt Süd- und Nordkorea sprechen über Kulturprogramm
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06:49 15.01.2018
Freundlicher Händedruck: Nordkoreas Delegationsleiter Kwon Hook Bong (l.) begrüßt am 15. Januar den Chef der südkoreanischen Delegation, Lee Woo-sung, vor ihrem Treffen zum Thema Kultur bei Olympia.
Seoul

Nord- und Südkorea haben Gespräche über eine geplante Entsendung von nordkoreanischen Künstlern und Musikern zu den Olympischen Winterspielen begonnen. Vor dem Treffen am Montag im Grenzdorf Panmunjom wurde auch mit Spannung erwartet, ob die nordkoreanische Moranbong Band Teil der Delegation sein wird. Experten sahen in einem Auftritt der im Norden populären Girlgroup aber auch Potenzial für Ärger zwischen Seoul und Pjöngjang.

Vor den Gesprächen machte Nordkorea seinem Unmut über Äußerungen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In zum Ausdruck. Dieser habe US-Präsident Donald Trump einen Verdienst daran zugesprochen, dass Nordkorea zu Gesprächen bereit sei, schrieb die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag.

Sie sollen wissen, dass Züge und Busse, die unsere Delegation zu den Olympischen Spielen bringen, noch immer in Pjöngjang stehen“, meldete KCNA. Südkorea solle besser darüber nachdenken, welche Folgen das unhöfliche Verhalten haben werde.

Vor den Gesprächen wurde spekuliert, ob Pjöngjang im Februar auch die berühmte Moranbong nach Pyeongchang schicken würde. Die Musikerinnen sind handverlesen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Da Hyon Song Wol, die Leiterin der Gruppe und angebliche Ex-Freundin Kims, Teil der Delegation sei, sei es fast sicher, dass Moranbong in Südkorea spielten, sagte Cheong Seong Chang, Analyst am privaten Sejong Institute in Seoul. „Aber wenn sie in Militäruniformen gekleidet erscheinen, könnte das großen Widerstand auslösen.“ Auch ein Bühnenbild, dass Raketenabschüsse zeigt oder Kim ehrt, könnte eine Kontroverse verursachen, so Cheong.

Vergangene Woche war vereinbart worden, dass Pjöngjang eine Delegation aus staatlichen Vertretern, Athleten, Cheerleadern, Journalisten und anderen schickt, um den Spielen vom 9. bis zum 25. Februar beizuwohnen. Es wurde geschätzt, dass die Delegation 400 bis 500 Personen umfassen werde.

Von RND/AP