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Deutschland / Welt Staatschef bezeichnet Bombenanschlag in Minsk als aufgeklärt
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13:45 13.04.2011
Kerzen für die bei einem Anschlag in der Minsker Metro getöteten Menschen. Quelle: dpa

Der Bombenanschlag in der Minsker Metro mit zwölf Toten ist nach Angaben des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko aufgeklärt. „Heute Morgen um 5 Uhr haben sie ein Geständnis abgelegt“, sagte der autoritär regierende Staatschef am Mittwoch in der weißrussischen Hauptstadt.

Lukaschenko sprach zwei Tage nach dem Attentat nach Angaben der unabhängigen Agentur Belapan von zwei Festgenommenen. „Die Täter sollten die strengste Strafe bekommen“, sagte der als „letzter Diktator Europas“ kritisierte Präsident. Weißrussland ist das einzige Land Europas, das Verurteilte exekutiert - per Genickschuss.

Das Beweismaterial sei „erdrückend“, behauptete Lukaschenko. Er sprach von „Bergen von Audio- und Videomaterial“ und „Hinweisen“. Die Verdächtigen hätten sich auch zu früheren Anschlägen in der Ex-Sowjetrepublik bekannt, sagte der Präsident. Darunter seien ein Bombenattentat am Tag der Unabhängigkeit im Juli 2008 mit 50 Verletzten in Minsk sowie ein Anschlag in der Stadt Witebsk 2005.

Lukaschenko wies an, im Zusammenhang mit den Bluttaten auch Vertreter der prowestlichen weißrussischen Opposition zu vernehmen. Beobachter hatten direkt nach dem Attentat gewarnt, der Präsident werde nun die Daumenschrauben noch stärker anziehen.

Weißrussland gedachte am Mittwoch mit Staatstrauer der 12 Todesopfer. Bei dem Anschlag in der zentralen Haltestelle Oktjabrskaja waren am Montag auch etwa 190 Menschen verletzt worden. An öffentlichen Gebäuden wurden Fahnen auf Halbmast gesenkt; vielerorts fielen größere Veranstaltungen und Feiern aus.

Die beiden verdächtigen Männer stammen nach Medienangaben aus Weißrussland und sind etwa 30 Jahre alt. Mindestens einer von ihnen wurde aufgrund von Videobildern aus der Metrostation festgenommen. Er habe dort eine schwarze Tasche abgestellt und danach in einiger Entfernung in seiner Jacke herumgekramt, sagte Vize-Generalstaatsanwalt Andrej Schwed.

„Geheimdienst und Polizei haben am Dienstag um 21 Uhr eine glänzende Operation ohne Lärm und Geschwätz durchgeführt“, sagte Lukaschenko. Nun sollten die Behörden auch verschiedene Regimegegner unter die Lupe nehmen. „Man muss sich deren Aussagen genau ansehen. Möglicherweise decken diese Angehörigen der ’fünften Kolonne’ ihre Karten auf und nennen die Hintermänner dieser Tat“, sagte Lukaschenko.

Der Präsident warnte vor Panikmache im Land. Wer Gerüchte über Lebensmittel- oder Devisenknappheit in Umlauf bringe, müsse wegen dieser „Verleumdung“ mit Strafe rechnen. Weißrussland steht vor dem Staatsbankrott. Politische Reformen im Gegenzug für Hilfe aus dem Westen lehnt Lukaschenko ab. Er hofft auf Milliardenhilfen anderer ehemaliger Sowjetrepubliken.

„Diese Schufte sind normalen Arbeiten in einem Kollektiv nachgegangen, einer als Dreher, der andere als Elektriker“, sagte Lukaschenko über die angeblichen Täter. Der seit 1994 regierende Staatschef rückte die Männer in die Nähe von Geistesgestörten. „Mir ist nicht klar, wie man die Anormalitäten dieser Schufte nicht sehen konnte“, sagte Lukaschenko. „Wir wissen, wer sie sind, aber wir wissen noch nicht, warum sie es getan haben. Aber wir werden es bald wissen.“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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