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Deutschland / Welt Schulz will Reiche stärker besteuern
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21:31 17.06.2017
Mit Auge: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Quelle: dpa
Berlin

Bislang würden die oberen Schichten privilegiert, kritisierte Schulz in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Es müsse Schluss damit sein, dass der Staat „Geschenke an die Reichen“ verteile: „Dass normale Arbeit besteuert wird, Finanzmarktspekulation aber nicht, ist nicht gerecht. Wenn Frau Quandt, die BMW-Großaktionärin, ihren Kindern ein Milliardenvermögen überträgt und dabei nur lächerliche Summen an den Fiskus überträgt, dann ist das sicher nicht gerecht.“

Die SPD will am kommenden Sonntag (25. Juni) auf ihrem Bundesparteitag in Dortmund ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl verabschieden. In der Steuerpolitik gelte der Grundsatz: „Diejenigen, die für ihr Geld arbeiten, dürfen nicht schlechter gestellt werden als diejenigen, die ihr Geld für sich arbeiten lassen“, sagte Schulz. Er kündigte an, dass der Spitzensteuersatz später gelten solle, um die arbeitende Mitte zu entlasten. „Es ist nicht klug, den Spitzensteuersatz schon bei einem zu versteuernden Einkommen von 54 000 Euro greifen zu lassen.“

Welche Grenze er vorschlägt, wollte Schulz vorab nicht sagen: „Wir rechnen noch. Wir sind seriös – im Gegensatz zur Konkurrenz von der Union, die wuchtige Steuergeschenke verspricht, ohne dass jemand fragt, wie das finanziert wird.“ Trotz der drei verlorenen Landtagswahlen und schlechter Umfragewerte zeigte sich der SPD-Chef mit Blick auf die Bundestagswahl zuversichtlich: „Das Rennen ist nach wie vor offen.“

Deshalb entgleiste der Schulz-Zug

Meinungsforscher haben untersucht, warum der Höhenflug von Martin Schulz so schnell zu Ende war. Ergebnis: Vor allem bei Frauen, Geringverdienern und auf dem Land hat der SPD-Kanzlerkandidat an Popularität verloren. Eine gute Nachricht für Schulz aber gibt es.

Von RND/dpa