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Deutschland / Welt Rodrigo Duterte tritt etwas kürzer
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13:09 16.06.2017
Staatschef Duterte ist nach einem Jahr Regierung erschöpft. Quelle: AP
Manila

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat sich eine Auszeit genommen. Angesichts eines „brutalen“ Terminkalenders in den vergangenen Tagen wolle sich der 72-Jährige etwas erholen, teilte einer seiner Berater, Salvador Panelo, am Freitag mit.

Duterte war zuletzt am vergangenen Montag in der Öffentlichkeit gesehen worden. Bei den Feiern zum Unabhängigkeitstag der Philippinen am Dienstag trat er nicht auf, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand auslöste. Duterte hält sich nach offiziellen Angaben nun in seiner Heimatstadt Davao, im Süden des Inselstaates, bei seiner Familie auf. Die Auszeit soll nach Panelos Worten mindestens eine Woche dauern.

Seit seinem Amtsantritt im Juni 2016 führt Duterte einen Krieg gegen die Drogenkartelle auf der Insel. Todesschwadrone von Polizei und Militär richten seitdem auf offener Straße Dealer und Drogenabhängige hin. Menschrechtler gehen davon aus, dass bereits mehr als 7.000 Menschen getötet wurden. Duterte hat in den vergangenen Monaten nicht erkennen lassen, seine brutale Politik aufzugeben. Im Gegenteil: Er begleitete das Vorgehen von Polizei und Armee mit martialischen Reden.

Vergleiche mit Hitler und Aufrufe zur Lynchjustiz

So verglich er im September 2016 seinen Anti-Drogen-Krieg mit dem millionenfachen Mord an Juden während des Holocaust. „Hitler hat drei Millionen Juden massakriert. Nun, es gibt (hier) drei Millionen Drogenabhängige. Ich würde sie gerne abschlachten“, sagte Duterte. Hitler habe unschuldige Menschen ermorden lassen. Sein Kampf richte sich hingegen gegen Leute, die „alle Verbrecher“ seien. Sie loszuwerden würde das Drogenproblem in seinem Land beenden.

Im Dezember 2016 brüstete sich der Staatschef damit, in seiner Zeit als Bürgermeister von Davao eigenhändig mutmaßliche Kriminelle getötet zu haben. „In Davao habe ich das persönlich gemacht. Nur um den Jungs von der Polizei zu zeigen: ‚Wenn ich das tun kann, warum nicht auch ihr?’“, sagte Duterte in seiner Rede im Präsidentenpalast in Manila. Er sei auf einem Motorrad durch die südphilippinische Stadt patrouilliert und habe regelrecht „nach Ärger gesucht“. „Ich habe wirklich die Konfrontation gesucht, so dass ich töten konnte“, fügte der 71-jährige Präsident hinzu.

Noch im Mai verhängte Duterte das Kriegsrecht, nun macht er Urlaub

Kritik aus dem Ausland bügelte der Staatschef stets ab und wurde dabei gerne auch ausfällig. So beschimpfte er den ehemaligen US-Präsidenten Obama als Hurensohn. Ähnliches musste sich auch Papst Franziskus anhören. Zur Ruhe dürften die Philippinen trotz des Kurzurlaubes ihres Präsidenten nicht kommen. So verschärfte die Regierung auch ihren Kampf gegen die muslimischen Rebellen im Süden des Landes. Duterte verhängte noch im Mai über die Insel Mindanao das Kriegsrecht. Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen kamen in der Stadt Marawi seither mehr als 300 Menschen ums Leben. Von den 200.000 Einwohnern haben fast alle die Stadt verlassen.

Von RND/dpa

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