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Deutschland / Welt Essen in der Krise: Nudeln mit Tomatensoße
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00:21 04.07.2015
Von Marina Kormbaki
Unsere Reporterin berichtet vom Alltag in Athen während der Krise. Quelle: dpa / Montage
Athen

Supermärkte geben recht verlässlich Auskunft über die wirtschaftliche Lage eines Landes. Beim Gang durch die Regalreihen von Athener Supermärkten fällt eines auf: Die Preise für Grundnahrungsmittel sind erstaunlich hoch, zumal für ein Krisenland. Das ist zum einen der Importabhängigkeit des Landes geschuldet und zum anderen seiner schwachen Wettbewerbsfähigkeit. Ein paar Preisbeispiele aus einer Filiale der griechischen Supermarktkette "Basilopoulos", weder Discounter noch High-End-Laden. Diese Einkaufsliste weist die günstigsten Preise der jeweiligen Produktgruppe auf:

Ein Liter frischer Milch: 0,98 Cent

Sechs Eier: 1,89 Euro

Packung Toastbrot: 1,10 Euro

250 Gramm Margarine: 0,89 Cent

500 Gramm Tomaten aus der Dose, gestückelt: 0,80 Cent

500 Gramm passierte Tomaten: 0,62 Cent

Packung Nudeln: 0,98 Cent

Ein Hähnchen: 2,98 Euro

Drei Paprika: 2,39

Eine Tafel griechischer Schokolade (Lacta): 1,16 Cent

Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu den Einkünften der griechischen Bevölkerung nach wie vor sehr hoch. Im Jahr 2013 – verlässliche aktuellere Zahlen liegen nicht vor – betrug der durchschnittliche Netto-Monatsverdienst laut OECD 1323 Euro, wobei das obere Fünftel der Bevölkerung sechsmal so viel verdiente wie das untere Fünftel. Die durchschnittliche Monatsrente beläuft sich heute auf 664,69 Euro.

Weil Supermärkte nicht bloß über die ökonomische Lage im Land Aufschluss geben, sondern auch über das Befinden der Bevölkerung, ist vielleicht auch diese Beobachtung vom Mittwoch von Belang: viele leere Regalreihen, vor allem in der Abteilung für Nudeln und Tomatensoße.

           

           

         

"Griechische Woche": Hier finden Sie alle Teile der Serie auf einen Blick.

Marina Kormbaki (32) ist Berlin-Korrespondentin des RedaktionsNetzwerks Deutschland der Mediengruppe Madsack. Sie reist seit ihrer Kindheit regelmäßig zu Verwandten nach Athen, beherrscht die griechische Sprache - und begleitet für uns die europäische Schuldenkrise seit Jahren journalistisch. Bis zum Referendum am Sonntag berichtet sie an dieser Stelle aus Athen von dem Leben am Rande des Staatsbankrotts.

d

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