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Deutschland / Welt Reiseanbieter sieht keine Gefahr für Trips nach Nordkorea
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08:56 22.06.2017
Nordkoreanische Soldaten bei einer Militärparade. Quelle: AP
Hannover

Trotz einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes will der auf Nordkorea-Reisen spezialisierte „Korea-Reisedienst“ aus Hannover weiterhin Fahrten dorthin anbieten. Das Auswärtige Amt riet am Mittwoch allerdings von nicht erforderlichen Reisen in die Demokratische Volksrepublik Nordkorea dringend ab.

Die Geschäftsführerin des hannoverschen Unternehmens, Malika Ben Naoum-Horst, sagt dagegen: „Der deutsche Tourist braucht sich nicht zu fürchten.“ Die gebürtige Algerierin bietet seit über zwanzig Jahren Reisen nach Nordkorea an. Sie arbeitet nach eigenen Angaben dort mit der staatlichen Agentur Korea International Travel Company zusammen.

Bislang keine Stornierungen

Negative Erfahrungen hätten ihre Kunden in dem Land ihres Wissens nicht gemacht, sagte die Reiseveranstalterin. Ihre Gruppen würden vor Ort stets von einheimischen Reiseleitern begleitet, erklärte Naoum-Horst. Sie rät Reisenden, sich normal zu verhalten und nicht zu provozieren. „Das gilt aber auch für Reisen in viele andere Länder“, betonte sie.

Kommende Woche starte eine neue Kleingruppe gen Nordkorea. Im September sei eine weitere Gruppenreise geplant, storniert habe bisher niemand, sagte die Geschäftsführerin.

Das Auswärtige Amt warnte, wegen angeblicher republikfeindlicher Verbrechen sei es in Nordkorea mehrfach zu Festnahmen von Ausländern gekommen. „Mehrere Ausländer wurden zu teilweise langjährigen Haftstrafen bzw. Arbeitslager verurteilt.“

US-Präsident: Nordkorea für Tod von Warmbier verantwortlich

Der US-Student Otto Warmbier war Anfang dieser Woche nach seiner Rückkehr aus Nordkorea in die USA gestorben. Er war 2015 dorthin gereist und festgenommen worden.

Otto Warmbier geriet mitten hinein in den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA. Nun ist der US-Student gestorben. Sein Fall gibt Rätsel auf.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang warf ihm Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vor. In einem Hotel soll er ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen. Im März 2016 wurde er zu 15 Jahren Straflager verurteilt. Er lag monatelang im Koma und kehrte kurz vor seinem Tod schwer krank in die USA zurück.

US-Präsident Donald Trump macht Nordkorea für den Tod Warmbiers verantwortlich. Das US-Außenministerium hat seine Reisewarnung nach Nordkorea erneuert. Zwar sind nahezu alle Amerikaner bislang wieder ohne Zwischenfälle aus dem Land zurückgekehrt. Doch es drohten plötzliche Festnahmen und lange Gefängnisstrafen für vermeintlich kleine Verstöße.

Von dpa/RND/zys