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Deutschland / Welt Randale bei Demonstration der linken Szene in Hamburg
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19:59 30.04.2011
Rund 4000 Teilnehmer hatten sich vor dem autonomen Kulturzentrum „Rote Flora“ im Schanzenviertel versammelt, um für den Erhalt des Zentrums zu demonstrieren. Quelle: dpa

Außerdem wurden während der Demonstration immer wieder Feuerwerkskörper gezündet. Der Bauzaun vor dem geplanten Ikea-Neubau in Altona wurde durch Feuerwerkskörper beschädigt. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Der Demonstrationsleiter beendete die Veranstaltung.

Rund 4000 Teilnehmer hatten sich nach Polizeiangaben am Nachmittag vor dem autonomen Kulturzentrum „Rote Flora“ im Schanzenviertel versammelt, um für den Erhalt des Zentrums zu demonstrieren. Nach kurzer Zeit stoppte die Polizei den Protestzug vorübergehend, da sich viele der Teilnehmer vermummt hatten. Wenig später konnte sich die Kolonne wieder in Bewegung setzen.

Mit Plakaten und Spruchbändern ausgerüstet waren die Demonstranten gegen 17 Uhr im Schanzenviertel gestartet. Unterwegs explodierten immer wieder Feuerwerkskörper, ansonsten blieb es aber zunächst ruhig. „Was schafft ihr als nächstes ab?“ oder „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ war auf den Plakaten der überwiegend schwarz gekleideten Demonstranten zu lesen. Die Teilnehmer skandierten immer wieder „Rote Flora bleibt“ und andere Parolen.

Entlang der Straßen hatten sich viele Schaulustige versammelt, die teils belustigt, teils erschrocken und verängstigt auf den Demonstrationszug blickten. Eine japanische Reisegruppe am Straßenrand blickte ungläubig auf die vorbeiziehende Menge. Eine junge Frau raunte ihrem Freund zu, „das ist ja echt martialisch hier.“ Ein Supermarkt entlang der Route schloss vorübergehend seine Türen. Auch die Geschäfte im Schanzenviertel haben sich auf eine krawallreiche Nacht eingestellt. Die Scheiben zweier Bankfilialen waren mit Rollläden gesichert.

Genervt von der Demonstration und möglichen Ausschreitungen in ihrem Stadtteil waren vor allem die Bewohner des Schanzenviertels. „Ich hasse diese Krawalltouristen“, sagte einer der Anwohner. „Das stört mich tierisch, die machen unser ganzes Viertel kaputt.“ Vereinzelt gab es aber auch Verständnis. „Das gehört einfach dazu, sonst wäre es für mich nicht das Schanzenviertel“, meint Daniel Goncalves, Besitzer eines portugiesischen Restaurants.

Rund um den 1. Mai gibt es in Hamburg traditionell Krawalle. Die Polizei hat sich mit einem Großaufgebot für mögliche Ausschreitungen gewappnet. Nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft sind rund 2300 bis 2500 Beamte im Einsatz. Die Hamburger Polizei hat unter anderem Unterstützung von der Bundespolizei und mehreren Hundertschaften aus Bayern bekommen. „Wir müssen davon ausgehen, dass es zu Ausschreitungen kommt“, sagte Vehren vor Beginn der Demonstration.

Rund um das Schanzenviertel richtete die Polizei ein sogenanntes Gefahrengebiet ein. Darin können die Beamten ohne konkreten Verdacht Menschen durchsuchen oder in Gewahrsam nehmen sowie Platzverweise erteilen. „Wir wollen potenzielle Straftäter frühzeitig erkennen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt“, sagte ein Polizeisprecher vor der Demonstration.

dpa

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