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Deutschland / Welt Putin bietet Ex-FBI-Chef Comey Asyl an
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15:58 15.06.2017
Putin war in der Bürgersprechstunde „Direkter Draht“ in Moskau zu Gast. Quelle: AP
Moskau

Ist es der Beginn einer wunderbaren Männerfreundschaft, oder mit großer Wahrscheinlichkeit doch nur eine Posse im (Kuriositäten-)Kabinett des Kreml? Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem ehemaligen FBI-Chef James Comey Asyl in Russland angeboten. Comeys Verhalten in der Russland-Affäre unterscheide sich nicht von dem des geflüchteten Whistleblowers Edward Snowden.

Snowden lebt nach einer spektakulären Flucht in Russland. Er hatte 2013 die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht. Bezüglich des Schicksals Comeys schilderte Putin am Donnerstag bei seiner traditionellen Bürgersprechstunde „Direkter Draht“ in Moskau: „In diesem Fall ist er nicht Chef des FBI, sondern er ist ein Verteidiger der Menschenrechte.“

Comey musste vergangene Woche vor dem US-Senat aussagen. Geheimdienstberichten zufolge hat Moskau aktiv versucht, die Präsidentenwahl 2016 zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen. Comey wurde von Trump entlassen, nachdem er mögliche Kontakte zu russischen Regierungsstellen untersucht hatte. Dass er das Angebot Putins angesichts der politischen und juristischen Entwicklungen in seinem Fall persönlich in Erwägung ziehen muss, erscheint als nahezu unwahrscheinlich.

Putin hofft auf Entspannung im Konflikt mit den USA

In der Bürgersprechstunde wagte Wladimir Putin zudem einen Ausbllick auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA. „Wir sehen die USA nicht als Feind.“ Ohne eine konstruktive Zusammenarbeit mit Washington sei etwa im Syrien-Konflikt keine Lösung zu finden, hoffte er auf eine Entspannung im bilateralen Konflikt. Russland und die USA könnten auch im Bereich der Rüstungskontrolle kooperieren, sagte Putin.

Zugleich kritisierte der Kremlchef in der mehrstündigen TV-Show eine zunehmende Russlandfeindlichkeit. Dies sei ein Resultat des innenpolitischen Kampfes in den USA, meinte der 64 Jahre alte Kremlchef.

Treffen sich Trump und Putin beim G20-Gipfel?

Putin reagierte damit auf die neuesten Entwicklungen in Washington. Der US-Senat hatte noch am Mittwoch weiteren Sanktionen gegen Russland wegen der vermuteten Einflussnahme Moskaus auf die Präsidentschaftswahl zugestimmt. Die Kammer billigte ein Gesetzesprojekt, das Präsident Donald Trump auch daran hindern soll, Strafen gegen Russland einseitig zu lockern oder zu verschärfen. Die Novelle bedarf noch der endgültigen Zustimmung von Senat und Repräsentantenhaus.

Washington und Moskau sehen das bilaterale Verhältnis auf einem Tiefpunkt. Neben den Vorwürfen der russischen Einmischung in den US-Wahlkampf belasten vor allem die Konflikte in der Ukraine und in Syrien die Stimmung. Mit Spannung wird ein mögliches Treffen Putins mit US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel im Juli in Hamburg erwartet.

Von RND/krö/dpa

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