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Deutschland / Welt Paul Bekaert, der Separatisten-Anwalt
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20:44 03.11.2017
Der belgische Anwalt Paul Bekaert verteidigt den ehemaligen katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont. Quelle: Screenshot RND/rtve.es
Brüssel

Paul Bekaert ist in Europas Gerichtssälen kein Unbekannter. Seit 40 Jahren setzt sich der Anwalt für nationale Minderheiten ein. Sein Spezialgebiet: Auslieferung und Asyl. Jetzt leistet der Anwalt dem ehemaligen katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont rechtlichen Beistand gegen die Spanische Staatsanwaltschaft. Gegen Puigdemont wurde am Freitagabend ein europäischer Haftbefehl erlassen. Der Beschluss der Richterin Carmen Lamela gilt auch für die vier Ex-Minister, die sich wie Puigdemont nach Belgien abgesetzt haben, so das Gericht.

1978 reiste Bekaert im Namen der belgischen Liga der Menschenrechte nach Dublin, um einer Anhörung über die Menschenrechtssituation in Irland beizusitzen. Seither beobachtet der 68-jährige Belgier Separatisten-Bewegungen in Europa. „Wenn Sie einmal in Nordirland waren, ist die logische Konsequenz, sich auch mit dem Baskenland zu beschäftigen, da die Situation sehr ähnlich ist“, sagte der Bekaert 1998 in einem Interview mit dem Journalisten Diederik Demuynck.

Unmut über abgelehnte Auslieferungen

So verteidigte der Anwalt die Basken Luís Moreno und Raquel Garcías, die 1993 in Brüssel verhaftet wurden. Spanische Behörden hatten dem Ehepaar die Mitgliedschaft in der ETA vorgeworfen, doch ihre Auslieferung wurde abgelehnt. Moreno und Garcías wurden freigesprochen und erhielten die belgische Staatsbürgerschaft.

2013 verhinderte Bekaert die Auslieferung der mutmaßlichen ETA-Terroristin Maria Natividad Jauregui, nach der spanische Behörden 30 Jahre lang gefahndet hatten. Die beiden Fälle strapazierten die politischen Beziehungen zwischen Brüssel und Madrid. Auch die aktuelle Situation sorgt auf der belgischen Regierungsbank für Unruhe.

Aufgewachsen in einem gespaltenen Land

Obwohl Bekaert den Separatisten-Anführer verteidigt, stellt er sich politisch auf keine der beiden Seiten. „Er hat die Entwicklungen in Katalonien und auch in Schottland und Quebec mit Interesse verfolgt. Das heißt jedoch nicht, dass er für die Unabhängigkeit ist“, sagte sein Sohn Simon Bekaert der Presseagentur AFP. Sein Vater unterstütze Menschen, die von ihrem oder einem anderen Staat unterdrückt werden. „Er glaubt, dass Menschen, die verfolgt werden, keine Chance auf einen fairen Prozess in ihrem Land haben.“

Die Einsatzbereitschaft des Vaters für politisch Verfolgte und separatistische Bewegungen habe sich laut seinem Sohn aus eigenen Erfahrungen heraus entwickelt. In den 60er Jahren erlebte Bekaert während seines Jurastudiums die „Louvain-Affäre“, eine Studentenrevolte zwischen den französischsprachigen Wallonen und den niederländischsprachigen Flamen. Auch damals blieb der Belgier unparteiisch. „Er wollte lediglich, dass den belgischen Regionen mehr Autonomie zugesprochen wird“, sagte sein Sohn.

Bekaert wurde 1948 in Kortrijk nahe der französischen Grenze geboren und verbrachte seine Kindheit im westflämischen Meulebeke. Heute wohnt der Anwalt mit seiner Frau in der Kleinstadt Tielt, etwa 60 Kilometer westlich von Brüssel.

Von RND/mkr

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