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Deutschland / Welt Nordkorea: Trump provoziert mit Tweets
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09:50 14.04.2017
Der US-Präsident Donald Trump ist für seine Tweets berüchtigt. Quelle: dpa
Pjöngjang

Die derzeitige Situation auf der koreanischen Halbinsel ist nach Angaben des nordkoreanischen Vize-Außenministers ein „Teufelskreis“. Die „aggressiven“ Tweets von US-Präsident Donald Trump sorgten zudem für Unmut, sagte Han Song Ryol in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP am Freitag. Trump hatte am Dienstag auf Twitter geschrieben, Nordkorea „suche nach Ärger“.

Han: „Wir werden in den Krieg ziehen“

„Wir werden in den Krieg ziehen“, sollten die USA das provozieren, sagte Han. Pjöngjang werde im Falle eines US-Präventivschlags nicht die Arme verschränken. Das Land werde den nächsten Test von Atomwaffen durchführen, wenn das oberste Hauptquartier es passend finde.

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea verstärken sich zunehmend, nachdem die USA eine Flugzeugträgergruppe in die Gewässer vor der koreanischen Halbinsel verlegt hatte. Zudem sieht Nordkorea die Militärmanöver Südkoreas und den USA als angebliche Übung für eine Invasion. Nordkorea hatte jüngst mehrere ballistische Raketen abgefeuert.

Experten nehmen an, dass das Land jederzeit einen Test von Atomwaffen durchführen könnte. Beobachter gehen davon aus, dass Nordkorea einen brauchbaren Atomsprengkopf und ballistische Raketen, die diesen bis in die USA transportieren können, in den kommenden Jahren entwickeln kann.

Kim Jong Un will nun mit Militärparade Macht zeigen

Welches Arsenal Nordkorea besitzt, könnte die Welt am Samstag zu sehen bekommen, wenn das Land den 105. Geburtstag von Landesvater Kim Il Sung begeht. Erwartungen zufolge könnte Nordkorea bei einer Militärparade die neusten Errungenschaften präsentieren, um den Geburtstag des Großvaters von Machthaber Kim Jong Un zu feiern.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe warnte am Donnerstag davor, dass Nordkorea fähig sei, eine mit Saringas beladene Rakete in Richtung Japans zu feuern.

Im Fall einer militärischen Eskalation in Nordkorea befürchten Experten verheerende Konsequenzen. „Am Ende wird die koreanische Halbinsel ein rauchendes Trümmerfeld mit Millionen von Leichen sein, von den geopolitischen Konsequenzen ganz zu schweigen“, sagte der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank. Die Gefahr eines bewaffneten Konflikts sei gestiegen. Dabei wäre Nordkorea nach Überzeugung von Frank bereit, über sein Atomprogramm zu verhandeln.

Von RND/AP