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Deutschland / Welt Muss Trump nun abtreten?
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12:49 09.10.2016
Bekommt ordentlich Kopfschmerzen: Donald Trump gerät wegen seines Vulgärvideos in Not. Quelle: dpa
Washington

Dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bricht nach der Veröffentlichung eines Skandalvideos die Rückendeckung seiner eigenen Partei weg. Etliche Republikaner zogen ihre Unterstützung für den 70-Jährigen zurück, darunter der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain. Manche forderten Trump sogar dazu auf, sich aus dem Rennen um den Einzug ins Weiße Haus zurückzuziehen. Nur einen Monat vor der Wahl befindet sich die Partei damit in einer tiefen Krise. Trump selbst machte am Sonnabend klar, dass er nicht aufgeben werde.

Das Video, das die „Washington Post“ am Freitag veröffentlicht hatte, stammt aus dem Jahr 2005. Trump äußert sich darin vulgär über Frauen und brüstet sich mit sexuellen Übergriffen. Die Veröffentlichung schlug so hohe Wellen, dass sich der Republikaner mitten in der Nacht zum Samstag zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen sah.

Trump-Vize Pence fühlt sich beleidigt

Die Veröffentlichung ist für ihn nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch wegen des Timings äußert heikel. Bereits am Sonntagabend (Ortszeit/0300 MESZ Montag) trifft er in St. Louis in der zweiten Fernsehdebatte auf seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton.

Fernsehduell zwischen Clinton und Trump

Vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl treffen die Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump in der Nacht zum Montag (03.00 Uhr MESZ) zu ihrem zweiten Fernsehduell aufeinander. Eines der beherrschenden Themen dürfte das kurz vor der Debatte aufgetauchte Video von 2005 mit vulgären und frauenverachtenden Sprüchen des Republikaners sein.

Wir berichten mit einem Live-Ticker über das Fernsehduell.

Kritik kam sogar von Trumps Vizekandidat Mike Pence: Als Ehemann und Vater habe er sich persönlich beleidigt gefühlt, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des konservativen Politikers.

McCain wird nicht für Trump stimmen

Der frühere Präsidentschaftskandidat McCain erklärte, er werde bei der Wahl am 8. November nicht für Trump stimmen. Dessen jüngstes Verhalten und seine verächtlichen Aussagen über Frauen machten es ihm unmöglich, den Kandidaten weiter zu unterstützen. Die Senatorin Kelly Ayotte und weitere Abgeordnete hatten sich zuvor ähnlich geäußert. Andere Republikaner wie die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice gingen noch einen Schritt weiter und forderten gar Trumps Rückzug.

Zumindest offiziell hat Trump noch die Unterstützung von Paul Ryan und Parteichef Reince Priebus, auch wenn beide sich von den Äußerungen in dem Video entsetzt zeigten. Nach der Veröffentlichung der Aufnahmen sagte Ryan, als Vorsitzender des Repräsentantenhauses ist er derzeit der mächtigste Republikaner, einen gemeinsamen Auftritt mit Trump ab. Bei der Veranstaltung am Sonnabend bekräftigte er seine Aussage vom Freitag, Trumps Äußerungen hätten bei ihm Übelkeit erzeugt.

Hillary Clinton appelliert an Wählerschaft

Hillary Clinton nannte Trumps Äußerungen über Frauen „schrecklich“. Sie appellierte an die Wählerschaft: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass dieser Mann Präsident wird.“

Trumps Aussagen spielen ihr in die Karten: Hillary Clinton steuert auf das Weiße Haus zu. Quelle: afp

Für Hillary Clinton, die in den vergangenen Umfragen rund fünf Prozent vorne lag, kommt das „Videogate“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Während Trump zuletzt ankündigte, Geheimnisse und Skandale der Familie Clinton auszuplaudern, bringt er sich nun wieder selber in Not. Selbst die WikiLeaks-Veröffentlichung von rund 50.000 Emails von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta geraten bei dem Trubel in Vergessenheit. In den Mails sind Clintons geheim gehaltene Reden in Wall-Street-Kreisen zu lesen, in denen sie sich noch für Freihandel und Finanzmarktregulierung aussprach, die sie dann im Rennen gegen den Kapitalismus-Kritiker Bernie Sanders aber revidierte.

Sogar der Terminator kehrt Trump den Rücken

Hat das Lachen verloren: Arnold Schwarzenegger. Quelle: dpa

Wie schwer die Sexismus-Debatte Trump schadet, zeigt eine Reaktion des früheren kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger: „Zum ersten Mal, seit ich 1983 amerikanischer Staatsbürger wurde, werde ich nicht für den republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten stimmen“, sagte der „Terminator“. „So stolz ich bin, Republikaner zu sein, ein Etikett ist für mich wichtiger: Amerikaner zu sein.“ Deswegen wolle ich daran erinnern: „Es ist nicht nur akzeptabel, dein Land über deine Partei zu stellen. Es ist deine Pflicht.“

Von RND/dpa/cab

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