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Deutschland / Welt Merkel zu Gast im ärmsten Land der Welt
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00:16 13.10.2016
Kanzlerin Angela Merkel (l) und der nigrische Staatschef Mahamadou Issoufou beim Empfang in der Hauptstadt Niamey. Quelle: dpa
Niamey

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Niger, dem ärmsten Land der Welt, Hilfe beim Kampf gegen ungeregelte Fluchtbewegungen zugesagt. Deutschland wolle die nigrische Armee mit Lkw und Kommunikationsausrüstung unterstützen, sagte Merkel in der Hauptstadt Niamey nach einem Treffen mit Staatschef Mahamadou Issoufou. Zudem sollen mit deutscher Hilfe Jobs geschaffen werden für Menschen, die derzeit vom Menschenschmuggel leben.

Wichtiges Transitland für afrikanische Flüchtlinge

Issoufou sprach sich für eine Zusammenarbeit in Fragen der Migration aus. Er forderte aber deutlich mehr EU-Hilfsgelder nach dem Vorbild eines „Marshallplans“ für Afrika. Merkel äußerte sich zurückhaltend dazu und mahnte einen effizienten Mitteleinsatz an.

Konkret kündigte Merkel unter anderem 17 Millionen Euro als direkte Hilfe für Niger an, damit Menschen als Alternative für Schleusungen Arbeit finden können. Das westafrikanische Niger ist eines der wichtigsten Transitländer für jährlich Hunderttausende Flüchtlinge in Richtung Libyen und weiter ans Mittelmeer.

Merkel: Hilfsgelder sollen effizient eingesetzt werden

Die Kanzlerin wollte auch deutsche Soldaten treffen, die von Niger aus mit zwei Transall-Flugzeugen zur Versorgung der UN-Stabilisierungsmission in Mali im Einsatz sind. Dieser Standort in Niamey soll ebenfalls ausgebaut werden. Issoufou sagte, die von der EU zur Bekämpfung von Fluchtursachen in einem Afrika-Fonds zugesagten 1,8 Milliarden Euro reichten bei weitem nicht aus. Allein Niger benötige für einen Aktionsplan rund eine Milliarde Euro.

Merkel machte deutlich, dass zunächst ein Lernprozess nötig sei, Geld effizient und wirksam auszugeben. In Niger war auch ein Besuch in einer Schule sowie im Regionalbüro der Internationalen Organisation für Migration vorgesehen. Zum Abschluss ihrer dreitägigen Afrika-Reise plant die Kanzlerin an diesem Dienstag einen Besuch in Äthiopien.

Von RND/dpa