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Deutschland / Welt Mehr als 500 Demonstranten in Türkei festgenommen
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19:53 03.06.2013
Mehrere hundert Demonstranten wurden nach Protesten in der Türkei festgenommen. Quelle: dpa
Istanbul

In mehreren Städten der Türkei haben sich regierungsfeindliche Demonstranten erneut Straßenkämpfe mit der Polizei geliefert. Schwere Zusammenstöße gab es in der Nacht zum Montag in der Hauptstadt Ankara rund um ein Einkaufszentrum. Der TV-Sender CNN Türk berichtete, die Polizei habe 500 Demonstranten in Gewahrsam genommen.

In Istanbul konzentrierten sich die Zusammenstöße in der Nacht auf das Stadtviertel Besiktas im europäischen Teil der Metropole. Die Polizei setzte wieder Wasserwerfer und Tränengas ein. Ein Demonstrant habe versucht, Polizeisperren mit einem gekaperten Bagger zu durchbrechen, berichteten Aktivisten.

Ausschreitungen im Regierungsviertel

In dem Stadtteil befindet sich das von der Polizei abgeriegelte Istanbuler Büro von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. In einer nahe gelegenen Moschee richteten Ärzte eine Krankenstation ein, um Verletzte zu behandeln.

In der Stadt Izmir attackierten Protestierer ein Büro der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP mit Brandsätzen. Das Gebäude habe Feuer gefangen, hieß es. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Erdogan ungeachtet der Spannungen zu Auslandsreise aufgebrochen

Ungeachtet der Spannungen brach Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu einer viertägigen Reise nach Marokko, Tunesien und Algerien auf. Vor der Abreise rief er zur Ruhe auf und erklärte, die Protestwelle gegen ihn und seine Regierung sei von Extremisten organisiert. Der Geheimdienst prüfe Verbindungen der Demonstranten zum Ausland. Seine Partei habe bei drei Parlamentswahlen wachsende Zustimmung erfahren und das Volk hinter sich, sagte Erdogan.

Dagegen erklärte kurz darauf Staatspräsident Abdullah Gül: „Demokratie bedeutet nicht allein Wahlen zu haben.“ Unterschiedliche Meinungen müssten geäußert werden, aber mit gegenseitigem Respekt. „Wir leben in einer offenen Gesellschaft.“ Die Botschaft der Demonstranten werde gehört. Am Wochenende hatte Gül bereits interveniert, um einen auch international wegen des brutalen Vorgehens der Polizei kritisierten Einsatz auf dem Taksim-Platz zu beenden.

Merkel mahnt zu Deeskalation und Dialog

Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolge das harte Vorgehen der türkischen Polizei mit Sorge, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin: „Das Gebot der Stunde ist Deeskalation und Dialog.“ Das Recht der Bürger auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sei ein Grundrecht in einer Demokratie.

Die Protestwelle hatte sich an der gewaltsamen Räumung eines Protestlagers entzündet, mit dem die Zerstörung des Gezi-Parks am zentralen Taksim-Platz in Istanbul verhindert werden sollte. Inzwischen richten sich die Proteste vor allem gegen einen als immer autoritärer empfundenen Kurs Erdogans.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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