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Deutschland / Welt Mehr Soldaten als Reaktion auf Enthauptung
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16:22 03.09.2014
Obama bezeichnete die Ermordung von Steven Sotloff als einen "entsetzlichen Gewaltakt" und drohte den Tätern mit Vergeltung. Quelle: dpa
Washington

Die britische Regierung erwog eigene Luftangriffe im Irak, zuvor hatte der IS mit der Enthauptung eines Briten gedroht.

Obama bezeichnete die Ermordung von Steven Sotloff als einen "entsetzlichen Gewaltakt" und drohte den Tätern mit Vergeltung. Ziel Washingtons sei es, dass der IS keine Gefahr mehr für die Menschen in Syrien und im Irak darstelle. Dies werde aber "Zeit brauchen", sagte Obama. Er war am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in Estland eingetroffen, um anschließend zum Nato-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Wales zu reisen.

Die 350 zusätzlichen US-Soldaten sollen in der irakischen Hauptstadt Bagdad für den Schutz von diplomatischen Einrichtungen und diplomatischem Personal sorgen, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums werden künftig insgesamt 820 US-Soldaten im Irak stationiert sein, die für die Sicherheit der diplomatischen Vertretungen zuständig sind. Hinzu kommen 300 militärische Berater für die irakischen Sicherheitskräfte.

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi forderte vor dem Nato-Gipfel einen größeren Beitrag des Militärbündnisses zur Befriedung der Region. Er warb im Radiosender RTL für ein "entschiedeneres Eingreifen in Syrien und Irak, weil es nicht hinnehmbar ist, einem solchen Völkermord beizuwohnen".

In dem IS-Video zur Hinrichtung von Sotloff spricht der Täter mit dem Akzent Londoner Einwanderer, so wie schon der Täter in dem Video von der Hinrichtung des US-Journalisten James Foley. Der Mann droht, das nächste Hinrichtungsopfer werde ein vom IS festgehaltener britischer Entwicklungshelfer sein, wenn London seine Unterstützung für den US-Militäreinsatz im Irak nicht beende. Der britische Regierungschef David Cameron kam am Mittwoch mit seinem Sicherheitskabinett zu einer Krisensitzung zusammen. "Ein Land wie unseres wird sich nicht entmutigen lassen", sagte Cameron im Anschluss an das Treffen.

"Ein Land wie unseres wird sich nicht entmutigen lassen", sagte Cameron im Anschluss an das Treffen. Außenminister Philip Hammond sagte, London prüfe "jede mögliche Option, um diese Person zu schützen". Großbritannien wolle den irakischen und kurdischen Sicherheitskräften im Kampf gegen IS helfen. Sollten sich dabei Luftangriffe als geeignete Maßnahme erweisen, "dann werden wir das sicher erwägen", sagte Hammond.

Das Weiße Haus bestätigte indes die Echtheit des Hinrichtungsvideos. Die Aufnahme war am Dienstag im Internet aufgetaucht und hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Eine Analyse durch Geheimdienstexperten habe ergeben, dass das Video authentisch sei, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden. Sotloff war im vergangenen Jahr im Norden Syriens verschleppt worden.

Sotloffs Mutter hatte den IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi kürzlich in einem Video um Gnade für ihren 31-jährigen Sohn gebeten. Der Reporter stammt aus Miami im US-Bundesstaat Florida. Als freier Mitarbeiter schrieb er unter anderem für die Zeitschrift "Time" und das Magazin "Foreign Policy". Wie die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete, hatte Sotloff neben der US-Staatsbürgerschaft auch die israelische.

Die IS-Kämpfer halten mehrere Provinzen im Nordirak und in Syrien in ihrer Gewalt und riefen dort ein "Kalifat" aus. Die radikalen Sunniten gehen mit großer Brutalität gegen Andersgläubige vor. Die US-Luftwaffe unterstützt seit Anfang August mit Luftangriffen auf IS-Stellungen im Irak die kurdischen Peschmerga-Milizen und die irakischen Regierungstruppen bei ihren Bemühungen, die Dschihadisten zurückzudrängen.

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