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Deutschland / Welt Lebenslange Haft für Bonner Terroristen
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13:31 03.04.2017
Im Terrorprozess um eine Bombe am Bonner Hauptbahnhof ist der Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Quelle: dpa
Düsseldorf

Im Terrorprozess um eine Bombe am Bonner Hauptbahnhof ist der Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Zusätzlich stellte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Montag die besondere Schwere der Schuld des 29 Jahre alten Marco G. fest. Drei weitere islamistische Terroristen wurden zu Haftstrafen zwischen neuneinhalb und zwölf Jahren verurteilt. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat den Fall zweieinhalb Jahre verhandelt.

Bonn und Leverkusen sollten laut Anklage Tatorte islamistischen Terrors werden: Am 10. Dezember 2012 war ein Sprengsatz an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs entdeckt worden. Im März 2013 soll ein nächtliches Mordkommando auf dem Weg zu einem rechtsradikalen Politiker in Leverkusen gewesen sein. Nach Angaben des Gericht wurde in dem langwierigen Prozess an diesem Montag der 155. Verhandlungstag absolviert. Es wurden 27 Sachverständige und 157 Zeugen gehört.

Männer verabreden sich zum Mord

Angeklagt waren Marco G. (29), Enea B. (46), Koray D. (28) und Tayfun S. (27). Sie sollen verabredet haben, den Chef der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW zu erschießen. Die Bonner Bombe soll dagegen allein auf das Konto des Hauptangeklagten Marco G. gehen.

Der Staatsschutzsenat unter Vorsitz von Richter Frank Schreiber bekam es im September 2014 mit widerspenstigen Angeklagten zu tun. Marco G. schien besonders bemüht, unangenehm aufzufallen, sammelte 161 Tage Ordnungshaft. Enea B. kommt auf 66 Tage, Koray D. auf 25 und Tayfun S. auf acht Tage wegen ungebührlichen Verhaltens.

Von RND/dpa