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Deutschland / Welt Kommen 800.000 Zuwanderer aus Osteuropa?
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12:15 26.04.2011
Gute Bezahlung und viele offene Stellen machen Deutschland für Arbeitnehmer aus Osteuropa so attraktiv wie fast kein anderes Land in der EU Quelle: dpa (Archiv)

Etwa 800.0000 Menschen aus Osteuropa werden nach Einschätzung von IW-Chef Klaus Hüther in den ersten beiden Jahren der neuen Freizügigkeit für Arbeitnehmer nach Deutschland kommen. „Das ist nichts, was uns schrecken muss. Wir haben Engpässe am Arbeitsmarkt“, sagte der Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) am Dienstag dem Sender n-tv.

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hatte in einer Befragung die Vorlieben der Zuwanderer und mögliche Folgen sowie Umfang der Zuwanderung für Deutschland erhoben. „Das wären in den ersten beiden Jahren 2011 und 2012 etwa 800.000“, sagte Hüther. Dies ist aus seiner Sicht auch der zu erwartende Höchstwert. „Wir setzen darauf, dass hier auch Hochqualifizierte und Höherqualifizierte nach Deutschland kommen.“

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, rechnet dagegen nur mit bis zu 140.000 Zuwanderern pro Jahr, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg wie auch EU-Arbeits- und Sozialkommissar László Andor mit etwa 100.000 Arbeitnehmern in jedem Jahr.

Mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit haben von Mai an Bürger aus den sogenannten EU-8-Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. 2010 lebten und arbeiteten bereits 425.000 Bürger aus diesen Ländern in Deutschland. Rund drei Viertel (315.000) kamen aus Polen. Die Nachbarn im Osten stellten bereits damals nach den Italienern (365.000) die zweitgrößte Gruppe der aus der EU stammenden ausländischen Arbeitnehmer.

Gute Bezahlung und viele offene Stellen machen Deutschland für Arbeitnehmer aus Osteuropa so attraktiv wie fast kein anderes Land in der EU. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden wenige Tage vor der vollen Freizügigkeit auf dem EU-Arbeitsmarkt mit.

Den Statistikern zufolge lag das deutsche Verdienstniveau 2008 EU-weit auf Platz fünf: Nur Dänemark, Luxemburg, die Niederlande und Großbritannien schnitten noch besser ab. Jüngere Zahlen für die Jahre 2009 oder 2010 konnte die Behörde noch nicht vorliegen.

Ein Blick auf die Verdienstunterschiede zwischen Deutschland und Osteuropa verdeutlicht die Sogwirkung im Detail: So verdienen etwa die Arbeitnehmer in den drei baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen) 2008 im Schnitt nur ein Drittel des deutschen Niveaus. Das Nachbarland Polen kam nur auf 44 Prozent. An der Spitze der osteuropäischen Länder rangierte Slowenien - doch auch dort betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst nur etwa zwei Drittel des deutschen Wertes. Alle diese Zahlen sind bereits kaufkraftbereinigt, Preisunterschiede in den Ländern sind also schon herausgerechnet.

Auch die im EU-Vergleich relativ niedrige Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent im Jahr 2010 und der Fachkräftemangel machten Deutschland attraktiv, schreiben die Statistiker. So lag die Erwerbslosenquote im vergangenen Jahr in den drei baltischen Staaten zwischen 16,9 und 18,7 Prozent - und damit mehr als doppelt so hoch wie hierzulande.

dpa

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