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Deutschland / Welt Kolumbien verlängert Waffenstillstand mit Farc
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06:58 14.10.2016
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos. Quelle: dpa
Bogotá

„Ich habe die Entscheidung getroffen, den bilateralen Waffenstillstand bis zum 31. Dezember zu verlängern“, sagte Kolumbien Präsident Juan Manuel Santos am Donnerstag in einer Fernsehansprache. „Um es klarzustellen: Das ist weder ein Ultimatum, noch eine Frist“, fügte er hinzu. Er hoffe aber, dass die Verhandlungen über Änderungen am Friedensabkommen deutlich früher beendet würden. 

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) und die kolumbianische Regierung hatten sich Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen geeinigt. Anfang Oktober stimmten die Kolumbianer in einem Referendum jedoch mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen das Abkommen. Der vereinbarte Waffenstillstand würde deshalb normalerweise am 31. Oktober enden. 

Santos mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Santos war vergangene Woche für seine Bemühungen zur Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts mit der Farc der Friedensnobelpreis zugesprochen worden. Er bemüht sich nach dem gescheiterten Referendum um eine Überarbeitung des Friedensvertrags. Farc-Chef Rodrigo Londoño alias Timochenko sagte am Mittwoch, er hoffe auf eine rasche Überarbeitung des Vertragstextes. 

Die Farc hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie die ELN, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst. Die kolumbianische Regierung will Ende Oktober auch Verhandlungen mit der zweitgrößten Rebellengruppe ELN beginnen.

Von RND/afp