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Deutschland / Welt Kolumbien nimmt 200.000 Geflüchtete aus Venezuela
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Kolumbien nimmt 200.000 Geflüchtete aus Venezuela
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09:12 29.07.2017
Venezolaner ziehen vollbepackt durch die Straßen in Cúcuta (Kolumbien). Wegen der dramatischen Krise in Venezuela will die kolumbianische Regierung 150.000 bis 200.000 geflüchteten Menschen einen Sonderaufenthaltsstatus gewähren. Quelle: dpa
Bogotá

Wie der Direktor der Migrationsbehörde, Christian Krüger, am Freitag mitteilte, sollen die Venezolaner bis zu zwei Jahre in dem Nachbarland bleiben dürfen. Bedingung ist, dass sie einen Grenzübergang mit einem Pass regulär passiert haben und keine strafrechtlichen Dinge gegen sie vorliegen. Der Sonderstatus greift, wenn die regulären 90 Tage Aufenthaltsrecht, die automatisch bei Grenzübertritt gewährt werden, abgelaufen sind.

Seit Monaten verlassen verzweifelte Menschen das Land mit den größten Ölreserven, im Schnitt passieren pro Tag 25.000 Menschen im Westen Venezuelas die Grenzbrücke Simón Bolívar, die das Land mit Cucúta in Kolumbien verbindet. Viele kaufen nur auf der anderen Seite Lebensmittel ein, kehren dann aber zurück in das sozialistische Land.

Bisher leben rund 343.000 Venezolaner in Kolumbien

Venezuela wird von Gewalt, einem blutigen Machtkampf zwischen der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition sowie einer tiefen Versorgungskrise erschüttert wird. Bisher leben rund 343.000 Venezolaner in Kolumbien, davon etwa 200.000 legal mit Visa oder einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis, bis zu 140.000 illegal.

Krüger betonte, Berichte über einen „massiven Exodus“ wegen der am Sonntag stattfindenden Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung könnten bislang nicht bestätigt werden. Bisher starben bei den Protesten 112 Menschen, es fehlt überall an Lebensmitteln und Essen. Rund um die Wahl der Mitglieder der Verfassungsversammlung wird eine Gewaltexplosion befürchtet, die Opposition boykottiert diese, sie wirft Maduro vor, dass er mit der Reform eine Diktatur errichten will. Zur Wahlen stehen überwiegend Anhänger der Sozialisten.

Von RND/dpa