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Deutschland / Welt Kollegen: Von der Leyen bei US-Minister Mattis
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09:48 09.02.2017
Verteidigungsminister unter sich: US-Mann James Mattis und Ursula von der Leyen. Quelle: RND/imago/dpa
Washington

Was wird die neue US-Regierung mit den Konflikten und Krisen in der Welt umgehen? Wie sieht die Zukunft der Nato aus? Diese Fragen werden Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei ihrem Antrittsbesuch in Washington beschäftigen. Sie trifft dort ihren neuen US-Kollegen James Mattis.

Wofür steht Mattis politisch?

Der neue Pentagon-Chef blickt auf eine lange Militärlaufbahn zurück. Vier Sterne schmückten seine Uniform, als er 2013 in den Ruhestand ging. Der Spitzname „Mad Dog“ erscheint etwas irreführend, denn Mattis' erste Äußerungen waren scharfsinnig und besonnen. Im Vergleich zu Präsident Donald Trump gilt der 66-Jährige als moderat. In einer Anhörung vor dem Senat zeichnete er in deutlichen Worten seine Vorstellung von Amerikas Rolle in der Welt nach - und die liegt im Unterschied zu Trump auf der Linie früherer Regierungen. Von einer Annäherung an Russland hält er nicht viel. Kremlchef Wladimir Putin sei in strategischer Hinsicht ein Gegner, er wolle die Nato auseinandertreiben.

Was ist der Zankapfel bei der Nato?

Trump hatte das Verteidigungsbündnis als veraltet bezeichnet und damit Sorgen bei den Bündnispartnern ausgelöst. Die USA fordern aber nicht erst seit Trump, dass alle Verbündete ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Die Nato-Staaten haben es sich bei ihrem Gipfel in Wales 2014 zum Ziel gesetzt, spätestens 2020 jährlich mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland und etliche andere Alliierte stagnieren aber bei Werten unter 1,5 Prozent. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte sich immer wieder beklagt. Voller Frust sprach er einmal von „Trittbrettfahrern“.

Was hält Mattis von der Nato?

Er spricht in den höchsten Tönen von dem Militärbündnis. Er kennt es selbst gut, war von 2007 bis 2009 Oberkommandeur des Hauptquartiers für Transformation in Norfolk. Er sagt, Nationen seien besser dran, wenn sie Verbündete hätten. Manche Beobachter sehen in dem 66-Jährigen schon den Stabilitätsanker in der amerikanischen Außenpolitik. Für die Europäer ist er zumindest ein Hoffnungsschimmer, dass ihre Interessen unter Trump nicht ganz verloren sind. Es wird sich zeigen, ob er Einfluss auf den Präsidenten hat.

Wie positioniert sich von der Leyen dazu?

Sie hatte nach den ersten Äußerungen von Trump zu Gelassenheit und Wachsamkeit geraten. Noch habe sich keine außenpolitische Linie der US-Regierung herausgeschält, sagte sie. Von der Leyen schlägt immer wieder eher sanfte Töne an, betonte die Bedeutung des transatlantischen Bündnis und die gewachsene Freundschaft zu den US-Amerikanern. Das Bündnis sei mehr als nur eine Frage des Geldes, Vertrauen könne man nicht kaufen. Gleichzeitig hebt sie immer wieder hervor, dass die Europäer mehr Lasten übernehmen müssten.

Unter welchen Vorzeichen findet das Treffen statt?

Mattis war in seinen ersten Amtstagen bemüht, die Wogen zu glätten. Er griff zum Hörer und rief Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg an. Mattis sagte, er messe der Allianz große Bedeutung zu. Auch mit von der Leyen telefonierte er bereits - und bekräftigte dabei die weitere US-Verbundenheit zur Nato. Nach Darstellung des Pentagons dankte er der Ministerin dabei für das deutsche Engagement an der östlichen Nato-Flanke und in Afghanistan, hob den Beitrag Berlins bei der Anti-IS-Koalition hervor und unterstrich, wie strategisch wichtig Deutschland für die USA sei, schließlich seien in dem Land 35 000 Mitglieder der US-Streitkräfte stationiert.

Von RND/dpa