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Deutschland / Welt Kaufhaus stoppt Rabatt-Aktion nach Lkw-Anschlag
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12:00 09.04.2017
Nach dem Anschlag mit einem Lkw trauerten viele Menschen vor dem Kaufhaus Ahlens City in Stockholm. Quelle: Bildbyran via ZUMA Wire
Stockholm

Das Kaufhaus Åhléns City hatte am Samstagabend angekündigt, Teile des Hauses am Sonntag wieder öffnen zu wollen – nur zwei Tage nach dem Lkw-Anschlag. Ware, die am Freitag beschädigt worden war, werde zum halben Preis verkauft, schrieb das Unternehmen.

Damit zog das Kaufhaus Kritik auf sich. Facebook-Nutzer nannten die Pläne geschmacklos und beleidigten die Mitarbeiter. Schweden trauere noch um die Opfer – und das Kaufhaus wolle wieder Geld verdienen, kritisierte ein Nutzer. Die Ware solle weggeworfen werden, forderte ein anderer. Der Schaden werde doch sicherlich von einer Versicherung übernommen. Jemand schlug einen Kompromiss vor: Das Kaufhaus solle die Einnahmen spenden – an Organisationen, die sich um Terror-Opfer einsetze.

Am Sonntag zog Åhléns die Ankündigung wieder zurück. Nun soll das Kaufhaus doch erst am Montag wieder öffnen – ohne beschädigte Ware. Das Management bat die Kunden um Entschuldigung. „Wir standen unter Druck und haben in einer Situation zu schnell reagiert, die für uns alle schrecklich und unwirklich ist“, schrieb Åhléns in einer Mail an seine Kunden und auf Facebook. „Es ging nie darum, Geld mit dem äußerst tragischen Ereignis, das Stockholm getroffen hat, zu verdienen.“

Belgierin unter den Todesopfern

Unter den vier Toten des mutmaßlichen Terroranschlags in Schweden ist eine Belgierin. „Wir haben leider beim Attentat von Stockholm eine Landsmännin verloren“, teilte Außenminister Didier Reynders am Sonntag auf Twitter mit. „Ich drücke ihrer Familie und ihren Angehörigen mein Beileid aus.“

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft stehe nach wie vor in engem Kontakt mit den schwedischen Behörden. „Nach Auswertung der bisher vorliegenden Informationen gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass Deutsche unter den Opfern sind, vollständig ausschließen können wir dies jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.“

Am Freitag war in Stockholm ein Lastwagen in eine Menschenmenge und ein Kaufhaus gerast. Die schwedischen Behörden hatten am Sonntag mitgeteilt, dass drei der vier Todesopfer identifiziert seien. Doch gaben sie keine näheren Informationen über die Opfer preis. Die Ermittler halten einen 39-jährigen Usbeken für den Täter. Der Mann steht unter Terrorverdacht.

Stockholm: Lkw rast in Kaufhaus

Auf einer zentralen Einkaufsstraße in Stockholm raste ein Lastwagen in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus. Vier Menschen wurden getötet, 15 weitere verletzt. Ein Mann wurde festgenommen. Die Ereignisse im Überblick – unseren Liveblog finden Sie hier.

Von dpa/RND/wer