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Deutschland / Welt Justizminister fordert Ende des Cannabis-Booms
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07:54 05.01.2018
Trumps Justizminister Jeff Sessions hat die Staatsanwälte aufgefordert, das Bundesverbot für Cannabis auch in den Staaten durchzusetzen. Quelle: AP
Washington

In einigen US-Staaten boomt der Handel mit Cannabis seit der voranschreitenden Legalisierung – die US-Regierung sieht den Aufschwung kritisch. Besonders Donald Trumps Justizminister Jeff Sessions hält wenig vom Konsum des Rauschmittels: „Gute Menschen rauchen kein Marihuana“, sagte er bei einer Kongressanhörung. Nun holt der konservative Hardliner, der Marihuana einst als „nur etwas weniger schlimm als Heroin“ bezeichnete, zum Schlag gegen die Legalisierung aus.

Bundesverbot in Staaten durchsetzen

Die Staatsanwälte sollen demnach das auf Bundesebene geltende Verbot der Droge künftig auch in den Staaten durchzusetzen. Sessions bricht so mit dem Kurs der Vorgänger-Regierung von Barack Obama, die den Bundesstaaten bei der Marihuana-Regulierung freie Hand ließ. Es gehe darum, „zur Rechtsstaatlichkeit“ zurückzukehren, begründete Sessions seine Direktive mit Verweis auf das seit 1970 geltende Bundesverbot des Anbaus, Besitzes und Handels der Droge.

29 Staaten haben Cannabis erlaubt

Mit der Aktion platzt die Trump-Regierung mitten in einen riesigen Cannabis-Boom, der erst Anfang der Woche darin gipfelte, dass mit Kalifornien der bislang größte US-Markt komplett für Marihuana freigegeben wurde. Da sich mit der Legalisierung viel Steuergeld einnehmen lässt und es aus Washington bislang wenig Gegenwind gab, haben schon 29 US-Staaten Marihuana medizinisch oder ganz erlaubt.

Kein Wunder: Cannabis-Produkte sind in den USA längst ein Milliardengeschäft. Der klassische „Gras“-Verkauf ist inzwischen nur noch ein Teil davon. Unter dem Überbegriff „Edibles“ werden diverse Artikel rund um die Droge angeboten - von Marihuana-E-Zigaretten, Drinks oder Keksen über Pillen und Salben bis hin zu Beruhigungsmitteln oder Appetitanregern ist vielerorts alles ganz legal zu haben.

Kanada plant eigenen Markt

Das Analysehaus Arcview geht davon aus, dass das Marktvolumen in Nordamerika 2017 um 33 Prozent auf fast zehn Milliarden Dollar gewachsen ist. Aufgrund der Öffnung weiterer großer Märkte - neben Kalifornien steht auch Kanada in den Startlöchern - sei bis 2021 ein Anstieg auf 24 Milliarden Dollar zu erwarten.

Verbrauchernachfrage bleibt weiterhin hoch

„Eines ist sicher, es wird keinen Einfluss auf den Cannabis-Absatz oder die Wachstumsraten haben“, sagt Arcview-Chef Troy Dayton. „Egal, was die Trump-Administration macht - die Bundesstaaten werden weiter Lizenzen an eine lange Schlange von Unternehmen ausgeben, die sich darum reißen.“ Die Verbrauchernachfrage werde nicht nachlassen, da könne die Regierung tun, was sie wolle. Rechtlich gesehen, sei Sessions’ Direktive nur eine zahnlose Richtlinie für Staatsanwälte.

Hürde für den Cannabis-Handel

Dennoch ist die Aktion ein herber Dämpfer, das räumt letztlich auch Dayton ein. Eigentlich war die große Hoffnung stets, dass das Bundesgesetz gegen Cannabis eines Tages fällt. Denn es erschwert die Geschäfte in vieler Hinsicht. So machen etwa Banken, Versicherer und Finanzdienstleister deshalb einen Bogen um die Industrie. Für Unternehmer ist es deshalb nicht nur schwierig, an Kredite zu kommen. Häufig können sie für ihre Firmen nicht einmal Konten eröffnen. Dadurch ist der legale Marihuana-Handel mit fast allem, was daran hängt, in den USA bislang nahezu vollständiges „Cash Business“ - fast alle Geschäfte werden bar abgewickelt. Durch die Verfügung des Justizministers Sessions wird sich die Situation für Cannabis-Händler vorerst nicht bessern.

Von RND/dpa

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