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Deutschland / Welt Junge platzierte Nagelbombe auf Weihnachtsmarkt
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15:15 16.12.2016
Nachdem in Ludwigshafen eine Nagelbombe gefunden worden ist, ermittelt die Bundesanwaltschaft – offenbar gegen einen zwölfjährigen Jungen. Quelle: dpa
Ludwigshafen

In Ludwigshafen soll sich ein Zwölfjähriger so weit religiös radikalisiert haben, dass er Anschläge verüben wollte. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte am Freitag, dass sie die Ermittlungen übernommen hat. Die Bundesregierung reagierte alarmiert. „Das ist natürlich eine Meldung, die jeden aufschrecken lässt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Der Zwölfjährige soll zweimal versucht haben, einen Anschlag zu verüben. Die erste Tat habe er am 26. November auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt verüben wollen, berichteten das Magazin „Focus“ und der Südwestrundfunk (SWR) unter Berufung auf Angaben der Justiz- und Sicherheitsbehörden. Es sei aber nicht zu einer Detonation gekommen – angeblich zündete der Sprengsatz nicht. Dieser soll in einer Tasche versteckt gewesen sein.

„Hochbrisante Mischung“ in einem Konservenglas

Am 5. Dezember soll der Junge den Anschlag erneut versucht haben. Dieses Mal soll er den Sprengsatz in einem Gebüsch nahe des Rathauses deponiert haben – dabei soll es sich um ein Konservenglas gehandelt haben, das mit Sprengpulver gefüllt war. Um das Glas soll der Junge mit Klebeband Nägel gewickelt haben. Ein Passant sei aber darauf aufmerksam geworden und habe die Polizei informiert habe, berichtete der „Focus“.

Wie das Magazin außerdem schrieb, sollen Spezialisten einen Teil der „hochbrisanten Mischung“ gesprengt haben. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankenthal nicht. „Die Polizei hat aus diesem Glas Substanz entnommen und entzündet. Und sie war brennfähig“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Ströber. Es gehe aber nicht aus den Akten hervor, wie sich das Pulvergemisch verhalten hätte, wenn es im Glas entzündet worden wäre.

Die genauen Hintergründe der Tat und die Gefährlichkeit des verwendeten Materials waren zunächst unklar. Der Zwölfjährige wurde in Ludwigshafen geboren und wohnte dort auch während der Vorfälle, wie Ströber mitteilte. Seine Behörde verzichte auf Ermittlungen, weil der Junge erst zwölf Jahre alt und damit strafunmündig ist. Wegen des Umfeldes des Kindes habe er die Bundesanwaltschaft informiert, auch das Jugendamt sei eingeschaltet. Der Zwölfjährige befindet sich nach Angaben der Stadt Ludwigshafen in einer geschützten Einrichtung.

Von dpa/RND/are/wer