Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Welt Journalistin Mesale Tolu wird freigelassen
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Journalistin Mesale Tolu wird freigelassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:36 18.12.2017
Seit Anfang Mai 2017 ist die Journalistin Mesale Tolu in türkischer Untersuchungshaft. Quelle: dpa
Istanbul

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu und fünf weitere Inhaftierte werden aus der Untersuchungshaft in der Türkei entlassen. Allerdings erließ das Gericht in Istanbul am Montag gegen alle sechs Angeklagten eine Ausreisesperre, wie Beobachter aus dem Gericht übereinstimmend mitteilten. Tolu wird damit bis zu einem Urteil in dem Verfahren auf freien Fuß gesetzt. Nächster Verhandlungstermin in dem Verfahren ist der 26. April 2018.

Tolu und 17 türkischen Angeklagten wird Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Dabei soll es sich um die linksextreme MLKP handeln. Der aus Ulm stammenden Deutschen drohen nach Angaben ihrer Anwälte bis zu 20 Jahre Haft. Zum Auftakt des Verfahrens hatten Tolu und alle anderen Angeklagten die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie fordern einen Freispruch in dem Verfahren.

„Verhaftet, weil ich Journalistin bin“

Tolu sagte nach Angaben von Beobachtern am Montag bei ihrer Verteidigung vor Gericht: „Ich wurde verhaftet, weil ich Journalistin bin und beabsichtigt wurde, Druck auf die Medien auszuüben. Der Druck auf die Medien wurde fortgesetzt, aber ich denke, dass die Justiz gerecht entscheiden wird.“

Als Beobachter im Verhandlungssaal nahmen die Linke-Abgeordnete Heike Hänsel, der deutsche Botschafter Martin Erdmann und der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff teil. Hänsel und Wallraff hatten vor Verhandlungsbeginn Tolus Freilassung aus der Untersuchungshaft gefordert.

Tolu besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft

Die 33-Jährige war am 30. April bei einer Razzia in ihrer Wohnung festgenommen worden und saß seit Anfang Mai in Untersuchungshaft. Zuletzt hatte sie für die linke Nachrichtenagentur „Etkin News Agency“ (Etha) gearbeitet. Tolu hat türkische Wurzeln, besitzt seit 2007 allerdings nur noch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Bundesregierung nahm die Gerichtsentscheidung positiv auf. „Sie ist aus der Untersuchungshaft. Sie ist draußen, und das ist eine tolle Sache“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr. Die Freude der Bundesregierung sei allerdings getrübt, weil Tolu offenbar die Türkei nicht verlassen dürfe.

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags Thomas Oppermann (SPD) schrieb auf Twitter: „Das ist eine gute Nachricht aus der Türkei. Jetzt müssen auch die anderen zu Unrecht verhafteten freigelassen werden.“

Der SPD-Parteichef Martin Schulz twitterte, die Nachricht, dass Mesale Tolu freikommt, sei längst überfällig.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, begrüßte die Freilassung auf Twitter. Er warnte aber gleichzeitig, dass sich damit am miserablen Zustand der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei wenig ändern werde.

Von RND/ang/dpa

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist eine britische Botschaftsmitarbeiterin erdrosselt aufgefunden worden. Die 30-Jährige wurde zuletzt bei der Abschiedsparty eines Kollegen gesehen.

18.12.2017

Der rechtskonservative Milliardär Sebastián Piñera wird der neue Präsident von Chile. In der Stichwahl am Sonntag setzte sich der 68-Jährige gegen seinen Konkurrenten, den Mitte-links-Kandidaten Alejandro Guillier durch. Das südamerikanische Land rückt damit weiter nach rechts.

18.12.2017

720 Personen sind in Deutschland als sogenannte Gefährder eingestuft. Möglicherweise geht von der Hälfte aber keine besonders hohe terroristische Gefahr aus, wie eine neue Analyse jetzt zeigt.

18.12.2017