Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Welt Israel steht still im Holocaust-Gedenken
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Israel steht still im Holocaust-Gedenken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:39 24.04.2017
Ein Land hält inne: Autofahrer auf der Stadtautobahn von Tel Aviv gedenken der Toten des Holocausts. Quelle: dpa
Jerusalem

Für 120 Sekunden heulten am Montag um zehn Uhr morgens im ganzen Land Sirenen, um auf die Opfer des Holocausts hinzuweisen. Autofahrer hielten an und stiegen aus ihren Fahrzeugen aus, um der Ermordeten mit gesenktem Kopf zu gedenken.

An einem Strand in Netanja waren junge Surfer zu sehen, die am Ufer neben ihren Brettern standen und ebenfalls ihre Köpfe gesenkt hatten. In Schulen und Gemeindezentren waren Zeremonien geplant, Cafés, Kinos und andere Unterhaltungsorte blieben geschlossen, während im Fernsehen und Radio Dokumentationen über den Holocaust und seine Opfer ausgestrahlt wurden.

Direkt nach dem zweiminütigen Sirenen-Alarm fand die zentrale Gedenkveranstaltung in Yad Vashem in Jerusalem statt, dem zentralen Holocaust-Memorial. Am Nachmittag wird auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel die Gedenkstätte besuchen und im Namen der Bundesregierung einen Kranz niederlegen. Zur Abschlussveranstaltung im Norden Israels wird am Abend der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Der jährliche israelische Holocaust-Gedenktag wird traditionell von Sirenengeheul begleitet. Der Tag gilt jedes Jahr als einer der schwermütigsten des israelischen Kalenders. Der Holocaust hatte ein Drittel der jüdischen Weltbevölkerung ausgelöscht. Israel wurde im Jahr 1948 gegründet, Hunderttausende Überlebende siedelten sich dort an.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat anlässlich des Holocaust-Gedenktages erbitterten Widerstand gegen die Feinde des jüdischen Staates geschworen. Die Lektion aus der systematischen Tötung von sechs Millionen Juden durch die Nazis sei die, dass „wir in der Lage sein müssen, uns selbst gegen alle Bedrohungen und Feinde zu verteidigen“, sagte Netanjahu am Sonntagabend am Holocaust-Mahnmal Yad Vashem in Jerusalem. Diese Lektion leite ihn jeden Tag.

Der Regierungschef warnte den Iran und die Terrormiliz Islamischer Staat davor, die Entschlossenheit Israels zu testen. „Diejenigen, die uns zerstören wollen, riskieren selbst die Zerstörung“, sagte er.

Von RND/AP/dk