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Deutschland / Welt Gute Kinderbetreuung sorgt für Nachwuchs
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15:13 02.02.2014
Nach einer neuen Studie zahlen sich Investitionen in Kinderbetreuung postiv auf den Nachwuchs aus. Quelle: dpa (Symbolbild)
Berlin

Wissenschaftler fordern vom Staat ein Umdenken in der Familienpolitik: Laut einer Studie sind staatliche Investitionen in Kinderbetreuung zur Familienförderung sinnvoll, das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern hingegen nicht. Zu diesem Ergebnis kommt laut "Bild am Sonntag" eine bislang unveröffentlichte Untersuchung zu Familienleistungen des Staates, die das Institut Prognos für das Familienministerium erstellt hat.

"Das Ehegattensplitting hat kaum Einfluss auf die Realisierung vorhandener Kinderwünsche", zitiert die Zeitung aus der Studie. Es führe lediglich zu einem Anstieg der Geburtenrate um den Faktor 0,01. Dem stünden Kosten von 20,53 Milliarden Euro im Jahr 2013 gegenüber.

Besser bewerteten die Forscher die Ausgaben des Staates für die Kinderbetreuung. Sie würden die Geburtenrate um 0,18 Kinder pro Frau erhöhen. Auch das Kindergeld respektive der Kinderfreibetrag und das Elterngeld kommen in der Studie besser weg. Das Kindergeld sorge bei der Geburtenrate für ein Plus von 0,14; das Elterngeld folgt mit 0,11. Von diesen drei Leistungen gehe eine "messbare und positive Wirkung" auf die Geburtenzahl aus.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beziffert die Kosten des Staates für die Kinderbetreuung auf jährlich rund 16,2 Milliarden Euro. Insgesamt gibt der Staat für familienbezogene Leistungen pro Jahr rund 200 Milliarden Euro im Jahr aus.

Um familienpolitischen Maßnahmen wirksamer zu machen, schlagen die Wissenschaftler vor, allgemeine Geldleistungen wie das Kindergeld teilweise in die Kinderbetreuung umzuschichten. Das Ehegattensplitting und die kostenlose Familien-Mitversicherung in der Krankenkasse sollten reduziert werden. Die Forscher empfehlen außerdem, familienpolitische Leistungen auf ärmere Familien oder Alleinerziehende zu konzentrieren.

Das Bundesfamilienministerium wollte den Bericht am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren. Die Studie liege erst im Februar abschließend vor, dann werde sie vom Ministerium zeitnah veröffentlicht. "Inhaltlich gibt es zuvor keine Bewertung", sagte ein Sprecher.

dpa

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