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Deutschland / Welt In diese Länder liefert Deutschland Waffen
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20:00 25.10.2016
In der ersten Jahreshälfte 2016 hat die Bundesregierung Rüstungsexporte im Umfang von 4,03 Milliarden Euro genehmigt.   Quelle: dpa
Berlin

Fünf der zehn wichtigsten Zielländer deutscher Rüstungsexporte im ersten Halbjahr 2016 liegen in Spannungsregionen. Die Türkei rückte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in die Top-Ten dieser Staaten vor – von Platz 25 im ersten Halbjahr 2015 auf Platz 8. Außerdem sind unter den ersten zehn Waffenkäufern Algerien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Südkorea.

Insgesamt wurden von der Bundesregierung in den ersten sechs Monaten Rüstungsexporte im Wert von 4,029 Milliarden Euro genehmigt – mehr als eine halbe Milliarde mehr als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Waffen gehen in folgende Länder:

Übersicht über die 10 wichtigsten Bestimmungsländer:

1. Algerien (Wert: 1,04 Milliarden Euro; Vorjahreszeitraum Platz 4)

Vor allem die Lieferung einer Fregatte nach Algerien ließ das Ausfuhrvolumen steigen. Deren Herstellung war bereits 2012 von der Vorgängerregierung genehmigt worden. Allein diese Lieferung hatte ein Volumen von einer Milliarde Euro.

2. USA (Wert: rund 914 Millionen Euro; Vorjahr Platz 5)

3. Saudi-Arabien (Wert: rund 484 Millionen Euro, Vorjahr Platz 3)

Deutschland liefert nach Saudi-Arabien unter anderem Hubschrauber, Flugzeuge und deren Teile sowie Ausrüstung für Luftbetankung.

4. Südkorea (Wert: rund 205 Millionen Euro, Vorjahr Platz 10)

5. Schweiz (Wert: rund 118 Millionen Euro; Vorjahr Platz 22)

6. Niederlande (Wert: rund 102 Millionen Euro; Vorjahr Platz 15)

7. Vereinigte Arabische Emirate (Wert: rund 85 Millionen Euro; Vorjahr Platz 13)

8. Türkei (Wert: rund 76 Millionen Euro; Vorjahr Platz 25)

Fast zwei Drittel der Lieferungen betreffen Teile für Flugzeuge, unbemannte Luftfahrzeuge und Triebwerke.

9. Frankreich (Wert: rund 71 Millionen Euro; Vorjahr Platz 9)

10. Großbritannien (Wert: rund 69 Millionen Euro; Vorjahr Platz 1)

Linke und Grüne kritisieren Bundesregierung

Die Opposition übte scharfe Kritik an der Rüstungsexportpolitik der großen Koalition. „Wer bedenkenlos immer mehr Waffen in alle Welt verkauft, auch in Länder wie die Türkei und Saudi Arabien, darf nicht über die steigenden Flüchtlingszahlen klagen oder ernsthaft über die Bekämpfung von Fluchtursachen reden“, erklärte Linken-Chef Bernd Riexinger. „Krieg ist Fluchtursache Nummer eins.“

Die Grünen-Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger warf der Bundesregierung eine „verheerende Bilanz der Verantwortungslosigkeit“ vor. Brugger kritisierte insbesondere den Anstieg von Lieferungen nach Saudi-Arabien. „Scheinheilig“ sei auch, dass sich die Bundesregierung für den Rückgang bei den Kleinwaffenexporten feiere, aber gleichzeitig große Mengen an Munitionslieferungen genehmige.

Von dpa/RND