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Deutschland / Welt In Finnland werden zwei neue Atomreaktoren gebaut
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18:20 01.07.2010
Finnisches Parlament billigt Bau neuer Atomreaktoren. Quelle: afp

In Finnland werden zwei neue Atomreaktoren gebaut. Mit großer Mehrheit stimmte das Parlament in Helsinki am Donnerstag für das auch innerhalb der Regierungskoalition umstrittene Bauprojekt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte das Votum der Abgeordneten als „schlichtweg absurd“.

Mit den neuen Reaktoren der finnischen Unternehmen TVO und Fennovoima will das skandinavische Land zum Selbstversorger bei der Stromproduktion werden. Nach Ansicht der Regierung kann durch den Bau der neuen Meiler der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen gesenkt werden. In Finnland gibt es derzeit vier Atomreaktoren, die in den 70er Jahren errichtet wurden.

Der Bau der beiden neuen Reaktoren war bereits von der Mitte-rechts-Regierung des im vergangenen Monat zurückgetretenen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen vorangetrieben worden. Innerhalb der Koalition seiner Nachfolgerin Mari Kiviniemi sind die beiden Meiler jedoch umstritten.

Regierungschefin Kiviniemi bezeichnete das Ja zu dem Ausbau der Atomkraft als „eine der wichtigsten Entscheidungen meiner Regierung“. Finnland könne damit seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern und das Wachstum vorantreiben, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Die ebenfalls an der Regierung beteiligten Grünen stimmten hingegen geschlossen gegen die neuen Meiler. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte die Grünen-Chefin und Arbeitsministerin Anni Sinnemäki. Das gegenteilige Votum „wäre die bessere Wahl“ für Finnland gewesen.

Neben den nun beschlossenen Meilern wird derzeit in Finnland an dem Druckwasserreaktor (EPR) Olkiluoto 3 gebaut, der ein Gemeinschaftsprojekt des französischen Areva-Konzerns und des deutschen Unternehmens Siemens ist. Für den EPR stimmte das Parlament in Helsinki im Jahr 2002, gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan gibt es aber erhebliche Verzögerungen. Zudem wird der Meiler teurer als erwartet.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Ausbau der Atomkraft in Finnland. „Angesichts der Probleme beim derzeitigen Neubau des Atomkraftwerkes Olkiluoto 3 ist die Entscheidung schlichtweg absurd“, erklärte die Organisation am Donnerstag in Hamburg. Finnland und Schweden steuerten durch den Bau neuer Reaktoren auf einen „deutlichen Stromüberschuss“. Werde diese überschüssige Energie exportiert, sei europaweit der Ausbau der erneuerbarer Energien „massiv bedroht“.

afp

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