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Deutschland / Welt Hoffnung ruht auf Nachfolger
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12:46 18.02.2012
Sichtlich gezeichnet von den vergangenen Monaten verkündete Christian Wulff am Freitag seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten. Quelle: Michael Kappeler

Berlin. Bundeskanzlerin Ange­la Merkel (CDU) kündigte am Freitag in Berlin an, dass die schwarz-gelbe Koalition auf SPD und Grüne zugehen werde.

Die Opposition reagierte erleichtert und bot Merkel Zusammenarbeit an. Allerdings pocht die FDP-Spitze auf einen schwarz-gelben Kandidaten.

Wulff hatte am Vormittag in Berlin seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten angekündigt, nachdem tags zuvor die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte.

Diese will nun bereits an diesem Samstag nach Erlöschen von Wulffs Immunität die Ermittlungen gegen ihn aufnehmen.

In der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt bis spätestens 18. März gewählt haben muss, hat Schwarz-Gelb nur eine knappe Mehrheit von derzeit mindestens vier Stimmen. Im Gespräch für die Nachfolge sind unter anderem Verteidigungsminister Thomas de Maizière, der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer (beide CDU) und auch der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, der 2010 als rot-grüner Kandidat gegen Wulff nur knapp verloren hatte.

Aus den Reihen der Union wurden Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen als mögliche Nachfolger genannt. Im Gespräch sind auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, und die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt. Bis zur Wahl des neuen Staatsoberhaupts nimmt nun Bayerns Ministerpräsident Seehofer als amtierender Präsident des Bundesrats dessen Aufgaben wahr.

Den vorzeitigen Abgang begründete Wulff mit Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Der Präsident müsse „vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit“ getragen werden.

(dpa)

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