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Deutschland / Welt Gewalt in Asylheimen schreckt Kommunen auf
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21:12 29.09.2014
Von Marina Kormbaki
Die Verwaltungen in Hannover,Oldenburg und Gifhorn zeigten sich am Montag alarmiert und kündigten eine Überprüfung der Situation in den Flüchtlingsheimen an. Quelle: dpa
Hannover

Die Misshandlungen von Flüchtlingen durch Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste in Asylunterkünften des Landes Nordrhein-Westfalen lösen bundesweites Entsetzen aus. Politiker aller Parteien haben am Montag eine rasche Aufklärung der Verdachtsfälle in mindestens drei Unterkünften gefordert, heute will der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) weitere Details bekannt geben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen acht Wachmänner, die Flüchtlinge in den Siegerland-Gemeinden Burbach und Bad Berleburg sowie in Essen misshandelt und sich dabei gefilmt haben sollen.

Die Übergriffe haben Zweifel an privaten Betreibern von Flüchtlingsunterkünften geweckt - auch in Niedersachsen und Hannover. Die Aufnahmelager in Burbach und Essen betreibt das Unternehmen European Homecare (EHC) - in dessen Verantwortung fallen knapp 40 weitere Flüchtlingsunterkünfte im ganzen Bundesgebiet. Das Unternehmen kündigte am Montag ein Ende seiner Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Sicherheitsdienst SKI an, den es als Subunternehmen mit den Sicherheitsaufgaben in seinen Lagern betraut hatte.

In Niedersachsen betreibt EHC sieben der 14 Gemeinschaftsunterkünfte in Hannover, drei in Oldenburg und zwei in Gifhorn. Die Verwaltungen der drei Städte zeigten sich am Montag alarmiert und kündigten eine Überprüfung der Situation in den Unterkünften an. „Bislang waren die Erfahrungen mit European Homecare als Betreiber gut, Probleme hat es nicht gegeben“, sagte ein Sprecher der Stadt Hannover. In der Landeshauptstadt habe EHC anders als in NRW keine Subunternehmen für den Sicherheitsdienst in den Unterkünften beauftragt. Der Sprecher betonte, dass Beschäftigte in Flüchtlingsunterkünften vor ihrer Einstellung ein Führungszeugnis vorlegen müssten. Noch gestern wollte die Stadt Hannover in einem Schreiben alle Betreiber der 14 Unterkünfte darauf hinweisen. Auch im Gifhorner Rathaus liegen nach Angaben einer Sprecherin bisher keine Beschwerden über den Betreiber EHC vor.

In Oldenburg, wo die Firma EHC mit dem Unternehmen SKI zusammenarbeitet, kündigte die Stadtspitze gestern eine „außerordentliche Revision der Betreuungs- und Wachdienste in den Flüchtlingsunterkünften“ an. Bisher gebe es aber „keine Verdachtsmomente für Übergriffe“, sagte ein Sprecher.

Das Land Niedersachsen ist nur für die Erstaufnahme in den Lagern in Friedland, in Braunschweig und in Bramsche zuständig. In Braunschweig und Osnabrück beschäftigt das Land zwei Sicherheitsfirmen. „Wir formulieren unsere Anforderungen an die Sicherheitsfirmen sehr häufig und sagen sehr deutlich, was wir wünschen und was wir nicht wünschen“, sagte gestern der Leiter der Landesaufnahmebehörde, Norbert Heine. So müssten Wachleute vor ihrer Einstellung Führungszeugnisse vorlegen.

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