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Deutschland / Welt Herrmann Gröhe sagt Hebammen Hilfe zu
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20:16 18.02.2014
Von Gabi Stief
Gesundheitsminister Herrmann Gröhe will den Hebammen aus der Misere helfen. Quelle: dpa (Archiv)
Berlin

Zudem habe der Minister zugesagt, gemeinsam mit den Verbänden eine strukturelle langfristige Lösung zu erarbeiten, berichtete Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, nach dem Treffen. Im Ministerium hieß es, der Minister nehme das Thema „sehr ernst“. Das Problem habe „hohe Dringlichkeit“.

Seit Jahren kämpfen freiberufliche Hebammen mit steigenden Haftpflichtprämien. Für eine Zuspitzung des Konflikts sorgte jetzt die Ankündigung der Nürnberger Versicherung, eines der zwei letzten Konsortien, sich im Sommer 2015 ganz vom Markt zu verabschieden. Dies käme einem Berufsverbot gleich, denn ohne Haftpflicht darf keine Geburtshilfe angeboten werden. „Der Beruf ist akut von der Vernichtung bedroht“, warnt Klenk.

Die Verbände fordern eine Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung mit einem staatlichen Haftungsfonds, der Kosten für Schadensfälle ab einer bestimmten Obergrenze übernimmt. Außerdem hoffen sie auf einen Regressverzicht der Krankenkassen, um das Problem kurzfristig zu lösen.

Für die Freiberuflerinnen hat sich die Haftpflichtprämie in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht, ohne dass die Honorare entsprechend gestiegen sind. Derzeit beträgt die Jahresprämie etwa 4200 Euro, im Juli steigt sie auf etwa 5100 Euro, bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8,50 Euro. Nach Schätzungen der Verbände sind von rund 11.000 selbstständigen Hebammen nur noch etwa 3000 bereit, Hausgeburten zu übernehmen. Vor allem in ländlichen Gebieten wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden, die Schwangere in die Klinik begleitet oder bei einer Hausgeburt dabei ist.

Die Ursache für die explodierenden Prämien ist nicht die Zunahme von Fehlern bei der Geburt. Grund sind immer höhere Schadenssummen, die vor Gericht eingeklagt werden. Die Versicherung haftet für Beträge von bis zu sechs Millionen Euro. Dies umfasst ein Schmerzensgeld sowie die Kosten für die lebenslange Weiterbehandlung und einen möglichen Verdienstausfall.

Bereits vor zwei Jahren hatte die damalige Bundesregierung gesetzlich klargestellt, dass die Krankenkassen bei den Honorarverhandlungen auf steigende Haftpflichtprämien Rücksicht nehmen müssen. Anfang 2013 wurde auf Initiative der Kanzlerin eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet, die gemeinsam mit Hebammenverbänden, den Krankenkassen und der Versicherungswirtschaft über Lösungen berät. Der Abschlussbericht, der im vergangenen Herbst vorliegen sollte, ist nun für die kommende Woche angekündigt.

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