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Deutschland / Welt Gekapertes Schiff der Bremer Beluga-Reederei wieder frei
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18:35 13.04.2011
Das von Piraten gekaperte Frachtschiff der Bremer Beluga-Reederei ist wieder frei. Quelle: dpa

Ein von Piraten im Indischen Ozean gekapertes Frachtschiff der Bremer Beluga-Reederei ist nach knapp drei Monaten wieder frei. Die Piraten hätten das im Januar auf dem Weg nach Asien in ihre Gewalt gebrachte Schiff am Mittwoch verlassen, berichtete der „Weser-Kurier“. „Die „Nomination“ ist frei“, sagte ein Reederei-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Nähere Angaben wollte er zunächst nicht machen. Wenige Tage nach dem Piratenangriff 700 Kilometer nördlich der Seychellen war das Schiff Schauplatz einer Tragödie.

Offenbar sei bei den wochenlangen Verhandlungen zwischen Reederei und Freibeutern ein Ergebnis erzielt worden, berichtete das Blatt. Über mögliche Lösegeldzahlungen spricht die Reederei grundsätzlich nicht. Dem Bericht des „Weser-Kurier“ zufolge hatte sie 2008 für die im Golf von Aden entführte „BBC Trinidad“ noch 1,1 Millionen Dollar an die Freibeuter gezahlt. Die „Beluga Nomination“ sei nun am Mittwoch mit den verbliebenen sieben Besatzungsmitgliedern aus der Bucht Haradere in Somalia ausgelaufen. Nach einem Bericht von Radio Bremen ist das Schiff auf dem Weg nach Mombasa.

Bei dem Versuch zweier Kriegsschiffe, wenige Tage nach der Kaperung die „Beluga Nomination“ zurückzuerobern, waren drei Seeleute der insgesamt zwölfköpfigen Besatzung gestorben. Zwei Mannschaftsmitglieder waren von den Freibeutern getötet worden. Ein dritter sprang auf der Flucht über Bord und ertrank vermutlich. Zwei Männern gelang die Flucht.

Die Kaperung des Beluga-Frachters und anderer Schiffe hatte die Debatte um die Sicherheit des Frachtverkehrs auf den Weltmeeren neu entfacht. Reeder hatten einen stärkeren Einsatz der Militärs zum Schutz ihrer Schiffe gefordert und auch den Einsatz privaten Sicherheitspersonals zur Sprache gebracht.

Nach der Kaperung hatte der Firmengründer Niels Stolberg gesagt: „Wir sind zugegebenermaßen etwas irritiert. Wir können uns nicht erklären, warum innerhalb von zweieinhalb Tagen, in denen sich die Mannschaft im Sicherheitsraum versteckt hatte, keine Hilfe von außen angeboten werden konnte.“

Nach dem Angriff der Piraten überschlugen sich die Negativnachrichten über die Bremer Reederei. Immer tiefer schlitterte sie in die Krise. Nach und nach mussten immer mehr Teile des einstigen Weltmarktführers für Schwerguttransport auf See Insolvenzanträge stellen. Stolberg wurde vom Finanzinvestor Oaktree, der 49,5 Prozent hält, entmachtet, angezeigt und steht im Verdacht des schweren Betruges. Der einstige Topmanager musste zuletzt auch Privatinsolvenz anmelden. Vor knapp zwei Wochen konnte mit einer kleinen Flotte zumindest das Kerngeschäft mit dem Frachttransport die Arbeit wieder aufnehmen. Die Befreiung aus der Geiselhaft der Piraten ist ein weiterer Lichtblick für die Reederei.

Nach wie vor in der Hand von Freibeutern ist dagegen das deutsche Frachtschiff „Susan K“ der Reederei Nimmrich und Prahm aus dem ostfriesischen Leer. Mindestens zehn Piraten sollen das Schiff im Golf von Aden angegriffen und in ihre Hand gebracht haben.

dpa

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