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Deutschland / Welt Gauck ruft Staaten zu mehr Engagemen auf
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12:28 08.12.2015
Bundespräsident Joachim Gauck besuch im Lager für syrische Flüchtlinge des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in Azraq (Jordanien) eine siebte Klasse beim Mathematikunterricht. Quelle: dpa
Asrak

Bundespräsident Joachim Gauck hat zu mehr internationalem Engagement gegen das Elend der Flüchtlinge aus Syrien aufgerufen. "Die Völkergemeinschaft muss sich schon überlegen, ob sie es dulden will, wenn Ernährungsprogramme runtergefahren werden müssen. Das geht so nicht", sagte Gauck am Dienstag nach einem Besuch des Flüchtlingslagers Asrak in Jordanien nahe der syrischen Grenze. "Wir müssen uns bewusst machen, dass jeder Dollar, jeder Euro, den wir in Bildung und Ausbildung stecken, auch eine Art Prävention gegen die Ausweitung von Terrorismus ist."

Zum Abschluss seines zweitägigen Jordanien-Besuchs hatte sich Gauck vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR über die Lebensbedingungen der Menschen in dem Camp informieren lassen, eine Schule und ein Gemeinschaftszentrum besucht und mit einer Flüchtlingsfamilie gesprochen. Das vom UNHCR geführte zweitgrößte Flüchtlingscamp in Jordanien liegt rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Amman in der Wüste. Ganz in der Nähe der syrischen Grenze leben hier nach UNHCR-Angaben derzeit rund 28.300 Menschen - offiziell kann das Camp bis zu 100.000 Flüchtlinge aufnehmen. 

Ihm sei bei dem Besuch klar geworden, "dass, wenn sich irgendeine Gesellschaft vorstellt, dass es gut sei, auf Dauer Flüchtlinge in Lagern unterzubringen, dass das ein Irrweg ist", sagte der Bundespräsident. "Es muss darum gehen, Möglichkeiten der Integration zu schaffen", forderte Gauck. Für den Übergang sei etwa der Schulunterricht in Lagern, "auch das Erlernen der landesüblichen Dinge, die man wissen muss, um weiterzukommen, okay." Die Menschen müssten bei der Ankunft mit einem Dach über dem Kopf versorgt werden. Auf Dauer sei aber die Integration wichtig. "Die deutsche Bevölkerung bietet dafür allerhand an mit ihrer Aufnahmebereitschaft und den Solidaritätsbekundungen, den unzähligen Freiwilligen, die den Hilfswerken und dem Staat helfen, diese Herausforderungen zu meistern", sagte Gauck.

dpa

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