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Deutschland / Welt Frauen in der Teilzeitfalle
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14:47 23.06.2017
An der Union gescheitert: Arbeitsministerin Andrea Nahles konnte kein Rückkehrrecht aus der Teilzeit durchsetzen. Quelle: dpa
Berlin

Ein Rückkehrrecht aus der Teilzeit wird es wohl vorerst nicht geben – bereits im Mai scheiterte der Versuch von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, ein solches Recht einzuführen. Der Gesetzesentwurf ist ein Vorhaben aus dem schwarz-roten Koalitionsvertrag, doch die Union und die Arbeitgeberverbände blockierten den Vorstoß der Arbeitsministerin.

Jetzt hat sich der Bundestag erneut mit dem Thema befasst, beraten wurde ein Antrag der Grünen. Doch in dieser Legislaturperiode wird voraussichtlich nichts mehr passieren. Ein Gesetz würde vor allem Frauen in heterosexuellen Beziehungen mit Kindern helfen, die oft in der sogenannten „Teilzeitfalle“ landen.

„Einmal Teilzeit, immer Teilzeit“

„Die derzeitige gesetzliche Regelung sieht das Recht vor, die Arbeitszeit zu reduzieren, aber nicht die Stunden später wieder aufzustocken“, sagt Christina Klenner, Genderforscherin der Hans-Böckler-Stiftung. Das bedeutet, dass Frauen oft jahrelang in einem Teilzeitjob feststecken, obwohl sie eigentlich mehr arbeiten möchten. Manche Arbeitgeber nutzen das geradezu aus: „In Branchen, in denen das Geld knapp ist, beispielsweise in der Pflege, wird die Flexibilität von Teilzeitbeschäftigten gern genommen“, sagt Klennen.

Viele Männer kämen gar nicht in die Teilzeitfalle, einerseits weil sie sich immer noch als Haupternährer der Familie sähen. „Aber auch, weil sie nicht die sichere Möglichkeit haben, nach einer gewissen Phase wieder in die Vollzeit zurückzukehren“, sagt Klenner.

Klassische Rollenbilder werden bedient

Die Folgen der Teilzeitfalle seien niedrigere Stundenlöhne, geringere Karrierechancen und schlechtere Rentenaussichten. Auch im privaten Bereich wirke sich die Teilzeitfalle aus: Frauen würden die unbezahlte Arbeit im Haushalt oft zu großen Teilen übernehmen und ihren Beruf weniger wichtig nehmen.

„Wir sprechen von Retraditionalisierung – die klassischen Rollenbilder werden bedient“, sagt Klenner. Selbst wenn die Frau eines Tages wieder die Chance auf einen Vollzeitjob hätte, seien die häuslichen Verhältnisse bereits so eingespielt, dass die Vollzeitstelle kaum noch angenommen würde. „Das Gesetz wäre eine Möglichkeit gewesen, dass Frauen ihre beruflichen Chancen stärker wahrnehmen“, erklärt Klenner. „In vielen Fällen wissen die Frauen: einmal Teilzeit, immer Teilzeit.“

Von Valerie Höhne

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