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Deutschland / Welt Flüchtlinge zünden Büros der EU-Asylbehörde an
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16:26 24.10.2016
Bei gewaltsamen Protesten in einem Lager auf der griechischen Insel Lesbos haben Flüchtlinge am Montag drei Container angezündet, die von Beamten der Asylbehörden als Büros genutzt wurden. Quelle: AFP
Athen

Bei Protesten innerhalb des Flüchtlingslagers „Moria“ auf Lesbos sind am Montag mehrere Büro-Container der EU-Asylbehörde EASO abgebrannt. Die Mitarbeiter befänden sich in Sicherheit, teilte die Organisation per Twitter mit. Bilder zeigten die abgebrannten Container und dicke schwarze Rauchwolken über dem sogenannten Hotspot, dem Registrierzentrum für Flüchtlinge.

Zu wenig Personal, zu viele Flüchtlinge

Zuvor hätten mehrere hundert vornehmlich pakistanische Migranten gegen die lange Wartezeit bei der Bearbeitung ihrer Asylanträge protestiert, berichtete der griechische Fernsehsender Skai. Nachdem die Mitarbeiter der Asylbehörde das Lager verlassen hatten, setzten die aufgebrachten Menschen demnach die Container in Brand. Feuerwehr und Bereitschaftspolizei seien vor Ort, hieß es in dem Bericht.

In Moria und anderen Zentren auf den griechischen Inseln in der Ägäis kommt es immer wieder zu Protesten. Im September waren Teile des Lagers nach einem Brand für mehrere Tage unbewohnbar. In Moria sind mehr als 5000 Migranten untergebracht, Platz ist dort aber nur für rund 3500 Menschen.

Die Migranten wehren sich dagegen, auf Lesbos und anderen griechischen Inseln festgehalten zu werden. Sie sollen von dort im Rahmen des europäisch-türkischen Flüchtlingspakts zurück in die Türkei geschickt werden, dürfen jedoch zuvor Asyl beantragen. Weil zu wenig Personal zur Verfügung steht und täglich weitere Flüchtlinge übersetzen, ist deren Zahl auf den Inseln mittlerweile auf 15.600 gestiegen – bei einer Kapazität von 8000 Unterkunftsplätzen.

Von dpa/afp/RND