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Deutschland / Welt „T 4“ – ein neuer Gedenkort in Berlin
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21:51 02.09.2014
Den Massentötungen von Patienten fielen allein im Deutschen Reich von Januar 1940 bis August 1941 rund 70.000 Menschen zum Opfer. Quelle: dpa
Berlin

In Berlin erinnert seit gestern erstmals ein Denkmal an die Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Morde in der NS-Zeit. Dazu wurde am ehemaligen Standort der Dienststelle, die den Mord an schätzungsweise 300.000 Patienten und Heimbewohnern organisierte, eine transparente, 24 Meter lange Glaswand enthüllt. Eine dazugehörige multimediale Freiluftausstellung neben der Berliner Philharmonie informiert über die Geschichte der NS-„Euthanasie“-Morde und ihre Auswirkungen bis heute.

Euthanasie bedeutet auf Griechisch „schöner“ oder „leichter Tod“. Für die Nationalsozialisten ging es bei dem Mordprogramm „T 4“ – benannt nach dem Standort der Dienststelle in der Tiergartenstraße 4 – vor allem um die Vernichtung sogenannten „lebensunwerten Lebens“. An der Einweihung des mehr als 600.000 Euro teuren Denkmals nahmen unter anderem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) teil.

Grütters erinnerte an die „unfassbar menschenverachtende Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben“ durch die Nazis und sprach von einer „Deformierung moralischen Empfindens“. Von dem Ort Tiergartenstraße gehe die Botschaft aus, dass jedes menschliche Leben es wert sei, gelebt zu werden. Dabei warnte sie angesichts der aktuellen Debatte über eine Zulassung der Sterbehilfe davor, das „Tötungsverbot leichtfertig zur Disposition zu stellen“. „Der Gedenkort T4 konfrontiert uns heute mit der grauenvollen NS-Ideologie, die sich anmaßte, das einzelne Leben nach ,Nützlichkeit’ und ,Brauchbarkeit’ zu beurteilen“, sagte Grütters. Auch Wowereit sagte, „kein Leben ist lebensunwert“, und erinnerte daran, dass etwa zehn Prozent der Deutschen mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung leben. Die Grünen forderten anlässlich der Denkmaleinweihung die Rehabilitierung von NS-„Euthanasie“-Opfern und Zwangssterilisierten. Jahrzehntelang waren sie vom offiziellen Gedenken ausgeschlossen.

Den Massentötungen von Patienten fielen allein im Deutschen Reich von Januar 1940 bis August 1941 rund 70.000 Menschen zum Opfer. Nach zunehmendem Widerstand aus der Bevölkerung und aus den Kirchen wurden die Massentötungen ab August 1941 von den Nazis offiziell eingestellt. Danach wurden Patienten auf anderem Weg, etwa durch Nahrungsentzug oder die Verabreichung von Medikamenten, umgebracht. Insgesamt sollen Schätzungen zufolge bis 1945 rund 300.000 Menschen auf diese Art ermordet worden sein, darunter viele in den besetzten Gebieten Osteuropas.

Außerdem wurden mehr als 350.000 Menschen auf der Grundlage des NS-Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zwischen 1933 und 1945 zwangsweise sterilisiert.

Lukas Philippi

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