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Deutschland / Welt Europas ungewöhnliche Doppelspitze
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06:10 01.09.2014
Früher mit Obama-T-Shirt: Italiens Außenministerin Federica Mogherini und Polens Regierungschef Donald Tusk nach ihrer Nominierung beim EU-Gipfel. Quelle: Olivier Hoslet

Nach nur einem halben Jahr als Außenministerin übernimmt die 41-jährige Sozialdemokratin das Amt der EU-Außenbeauftragten. Ihr Auftreten ist selbstbewusst, bestimmt und zielstrebig - doch das kann nicht über den Hauptkritikpunkt an Mogherini hinwegtäuschen: Ihre geringe internationale Erfahrung.

Und so wird Mogherini auf dem glatten Brüsseler Parket erst noch das Gehen lernen müssen. Schon im Februar, als der damals neue italienische Ministerpräsident Matteo Renzi sie zur Außenministerin Italiens berief, äußerte Staatspräsident Giorgio Napolitano starke Zweifel an der Personalentscheidung. Konservative warfen ihr in den vergangenen Monaten immer wieder eine zu große Nähe zu Moskau vor. Dabei begann die verheiratete Mutter zweier Töchter ihre politische Laufbahn als Außenpolitikerin der Linksdemokraten, die enge Beziehungen zu den US-amerikanischen Parteifreunden pflegte. Ältere Mogherini-Bilder zeigen sie in einem T-Shirt mit dem Konterfei des damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama.

In Brüssel traut ihr derzeit noch niemand zu, den sogenannten Lawrow-Test zu bestehen - so nennen EU-Experten die Fähigkeit, eine mehrstündige hitzige Diskussion mit dem unbequemen russischen Außenminister Sergej Lawrow erfolgreich zu überleben. Und ob die Tochter eines italienischen Regisseurs den Auswärtigen Dienst der EU mit 3400 Mitarbeitern und einem Jahresetat von 800 Millionen Euro zielsicher lenken kann, muss sie auch noch beweisen. Immerhin: Ihr Englisch ist exzellent.

Doch es gibt auch positive Stimmen, die die durchaus geschickte Zusammensetzung des EU-Führungsquartetts loben. Der konservative Jean-Claude Juncker an der Spitze der Kommission, der ebenfalls konservative Donald Tusk als oberster Koordinator der Staats- und Regierungschefs, dazu der Sozialdemokrat Martin Schulz an der Spitze des Parlamentes sowie die Sozialdemokratin Federica Mogherini - „das kann eine gute Mischung sein“, bestätigte am Sonntag ein britischer EU-Diplomat überzeugt. Da Mogherini zugleich Mitglied der Juncker-Kommission sein wird, hat sie sich noch einer mehrstündigen Anhörung durch die Mitglieder des Europäischen Parlamentes zu stellen.

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