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Deutschland / Welt Erneut Todesurteile in Japan vollstreckt
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10:21 28.07.2010
Justizministerin Keiko Chiba Quelle: dpa

Japan gehört zu den wenigen Industrieländern, in denen die Todesstrafe noch nicht abgeschafft ist.

Ministerin Chiba, die anders als ihre Vorgänger den Hinrichtungen selbst beiwohnte, setzt sich jedoch für eine bislang nicht vorhandene öffentliche Debatte zur Todesstrafe ein. Sie habe ihr Ministerium angewiesen, ein Gremium zu gründen, dass sich mit dem Für und Wider der Todesstrafe befassen soll, teilte die Ministerin auf einer Pressekonferenz mit.

Der Umgang Japans mit der Todesstrafe wie auch die berüchtigten Haftbedingungen werden seit Jahren von nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen scharf angeprangert. Die bisherigen konservativen Regierungen beriefen sich stets auf Umfragen, wonach mehr als 80 Prozent der Bürger in Japan die Todesstrafe für brutale Mörder befürworteten. Derzeit sitzen 107 Verurteilte in japanischen Todeszellen. Die Angehörigen erfahren von den Hinrichtungen nur im Nachhinein. Die Verurteilten erhalten den Exekutionsbescheid erst am Morgen ihres Todestages. Danach haben die Betroffenen meist nur noch wenige Stunden zu leben. In Japan werden zum Tod Verurteilte gehängt.

Justizministerin Chiba gehörte früher einer Gruppe von Parlamentariern an, die gegen die Todesstrafe sind. Mit ihrer Amtsübernahme trat sie jedoch aus der Gruppe aus. Sie wies nun nach eigenen Angaben die Strafvollzugsanstalt in Tokio an, künftig Medien den Zugang zur Todeskammer zu erlauben. Dies werde zu einer öffentlichen Debatte über die Todesstrafe beitragen, erklärte sie. Chiba könnte jedoch bald als Ministerin abgelöst werden, da sie bei der zurückliegenden Oberhauswahl ihren Parlamentssitz verloren hatte.

Bei den am Mittwoch Gehängten handelte es sich um den 59-jährigen Kazuo Shinozawa, der für den Mord an sechs weiblichen Angestellten eines Juweliergeschäfts in der Provinz Tochigi im Jahr 2000 mit dem eigenen Leben büßte. Der erste 33-jährige Hidenori Ogata landete für den Doppelmord an zwei Landsleuten im Jahr 2003 am Galgen.

dpa

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