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Deutschland / Welt Erdogan sagt syrischen Kurden den Kampf an
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17:03 15.01.2018
Truppenaufmarsch: Die Türkei zieht Panzer und Soldaten zusammen, um gegen kurdische Kämpfer vorzugehen. Das Bild zeigt türkische Panzer während eines Manövers in der Nähe der Grenze zum Irak. Quelle: dpa
Ankara

Die türkischen Streitkräfte haben am Montag in der Provinz Hatay weitere Panzer und Artilleriegeschütze an der syrischen Grenze zusammengezogen. Der Aufmarsch gilt den Milizen der kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) in den syrischen Grenzprovinzen Afrin und Manbidsch. Bereits am Sonntag hatte die türkische Armee Dutzende Granaten auf Stellungen der YPG in Afrin abgefeuert. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte am Montag in Ankara, die Vorbereitungen für eine militärische Intervention im Nachbarland seien abgeschlossen: „Die Operation kann jederzeit beginnen.“

Die YPG hat während des syrischen Bürgerkrieges große Landstriche an der türkischen Grenze unter ihre Kontrolle gebracht. Ziel ist die Bildung einer syrischen Autonomiezone, die von der irakischen Grenze im Osten bis zur syrischen Mittelmeerküste im Westen reichen könnte. Die türkische Regierung spricht von einem „Terror-Korridor“: Sie sieht in der YPG den syrischen Ableger der international als Terrororganisation geächteten kurdischen Arbeiterpartei PKK. Bereits 2016 hatte die türkische Armee die YPG aus der Region um die Stadt Dscharablus vertrieben. Im vergangenen Oktober folgte eine weitere türkische Militäroperation in der Region Idlib.

„Wir werden ihnen die Köpfe abreißen“

Am Sonntag hatte Erdogan in einer Rede vor Funktionären seiner Regierungspartei AKP im zentralanatolischen Tokat die Entschlossenheit unterstrichen, gegen die YPG militärisch vorzugehen. „Wir werden ganz plötzlich kommen, über Nacht“, so der Präsident. „Wenn sich die Terroristen nicht ergeben, werden wir ihnen die Köpfe abreißen“, kündigte Erdogan an. Ziel der angekündigten Militäroperationen dürfte es sein, die YPG über den Euphrat nach Osten zu vertreiben.

Die Autonomiebestrebungen der syrischen Kurden führen zu immer größeren Spannungen zwischen Ankara und Washington. Die USA sehen in der YPG einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die Terroristen des so genannten „Islamischen Staats“ (IS) und versorgen die kurdischen Milizen mit Waffen. In Ankara fürchtet man, dass diese Waffen ihren Weg in die Hände der PKK finden könnten.

30.000 Mann starke Grenztruppe

Jetzt plant die von den USA geführte Anti-IS-Koalition den Aufbau einer 30.000 Mann starken Grenztruppe. Sie soll eine Rückkehr des IS nach Nordsyrien verhindern. Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die von der YPG dominiert werden, sollen den Kern der geplanten Truppe bilden. Erdogan reagierte auf diese Pläne am Montag mit scharfer Kritik an den USA: „Ein Land, das wir einen Verbündeten nennen, versucht eine Terrorarmee an unserer Grenze aufzubauen“, sagte Erdogan und kündigte an: „Wir werden diese Armee zerstören, bevor sie geboren wird.“

Von Gerd Höhler/RND

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