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Deutschland / Welt Erdogan: „Verehrte Merkel, Du unterstützt Terroristen“
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20:12 13.03.2017
Recep Tayyip Erdogan. Quelle: dpa
Istanbul

„Verehrte Merkel, Du unterstützt Terroristen“, sagte Erdogan am Montag mit Blick auf die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK in einem Interview des türkischen Senders A Haber. Deutschland gehe nicht gegen die PKK vor, obwohl sie diese zur Terrororganisation erklärt habe. „Frau Merkel, warum verstecken Sie Terroristen in Ihrem Land? (...) Warum tun Sie nichts?“, sagte Erdogan, wie die „Bild“-Zeitung berichtete.

Vorwürfe gegen das Fernsehen

Auch dem deutschen „Staatsfernsehen“ warf Erdogan vor, Terrororganisationen zu unterstützen und zudem Propaganda gegen das geplante Präsidialsystem in der Türkei zu machen. Bereits vergangene Woche hatte der deutsch-türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu der ARD vorgeworfen, „Fake News“ zu verbreiten und die Inhalte der Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems falsch darzustellen. Darüber wird in der Türkei am 16. April in einem Referendum abgestimmt.

Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reisehinweise für deutsche Urlauber in der Türkei. Vor dem Referendum Mitte April müsse mit „erhöhten politischen Spannungen und Protesten gerechnet“ werden, „die sich auch gegen Deutschland richten können“. Deutschen Reisenden werd empfohlen, „sich von politischen Veranstaltungen und grundsätzlich von größeren Menschenansammlungen fernzuhalten“.

Erdogan kündigt Klage vor Menschenrechtsgerichtshof an

Die beiden in den Niederlanden abgewiesenen türkischen Minister werden vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof ziehen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya würden Klage einreichen, weil die niederländischen Behörden sie an Wahlkundgebungen für die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei gehindert hatten, kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag im Fernsehsender Haber an. Allerdings glaube er nicht, dass das Gericht in ihrem Sinne urteilen werde.

Von RND/dpa

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für die Türkei verschärft. Hintergrund ist das Referendum Mitte April. Urlauber müssten mit Protesten rechnen, „die sich auch gegen Deutschland richten können“.

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