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Deutschland / Welt Dritter Bombenanschlag durch die NSU?
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16:11 12.06.2013
Der NSU-Prozess wurde am Mittwoch in München fortgesetzt. Quelle: dpa
München

Die Bundesanwaltschaft prüft Hinweise auf einen weiteren möglichen Anschlag der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Am Dienstag hatte einer der Angeklagten im Münchner NSU-Prozess über Andeutungen zu einem Sprengstoffattentat in Nürnberg berichtet. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl sagte am Mittwoch, er habe deshalb Kontakt mit der Anklagebehörde aufgenommen. Diese solle nun die Umstände abklären, gegebenenfalls Vernehmungen durchführen und dem Gericht die nötigen Akten zur Verfügung stellen.

Nach Aussage des Angeklagten Carsten S. hatten die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos davon gesprochen, dass sie „irgendwo in Nürnberg in einem Laden eine Taschenlampe hingestellt“ hätten. Tatsächlich wurde im Juni 1999 bei der Explosion einer Rohrbombe in einer türkischen Gaststätte in Nürnberg ein 18-jähriger Putzmann verletzt. Nach Zeitungsberichten hatte er einen etwa 30 Zentimeter großen Sprengsatz gefunden, den er für eine Taschenlampe hielt. Sie explodierte, als er sie anknipsen wollte.

Damals vermutete niemand einen rechtsextremen Hintergrund. Wie bei anderen NSU-Verbrechen wurde offenbar zeitweise in Richtung Schutzgeld-Kriminalität ermittelt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa gehört der Rohrbombenanschlag auch nicht zu den Fällen, die dem Bundeskriminalamt (BKA) im Vorjahr zur Prüfung auf eine mögliche Beteiligung der NSU-Terroristen vorgelegt wurden.

„Wir versuchen zu verifizieren, um welche Tat es sich handeln könnte“, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Mittwoch. „Wir konzentrieren uns dabei derzeit vor allem auf den Fall in Nürnberg.“ Beim Bayerischen Landeskriminalamt, das damals mit dem Fall befasst war, liefen die Recherchen auf Hochtouren. „Wir sind dabei, den zugrundeliegenden Sachverhalt aufzuklären“, sagte ein Sprecher.

Carsten S. wurde am Mittwoch erneut stundenlang vernommen. Der 33-jährige Szene-Aussteiger belastete den Mitangeklagten Ralf Wohlleben. Der Ex-NPD-Funktionär, der Ehefrau und zwei Töchter hat, ist wie Carsten S wegen Beihilfe zu neun Morden an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft angeklagt. Carsten S. hat zugegeben, die Waffe besorgt zu haben, mit der diese Morde wahrscheinlich verübt wurden; Wohlleben soll an dem Waffenkauf beteiligt gewesen sein.

Warum Carsten S. erst jetzt über den möglichen Anschlag in Nürnberg berichtet habe, fragte der Vorsitzende Richter Götzl. „Es geht mir speziell darum, was es mit Herrn Wohlleben auf sich hat“, fügte er hinzu. „Ich habe angenommen, ich nehme den Kindern den Vater mit meinen Aussagen“, antwortete Carsten S.

Die Verhandlung hatte am Mittwochvormittag erst mit knapp eineinhalbstündiger Verzögerung begonnen. Einer der Angeklagten sei „unpässlich“, begründete eine Gerichtsmitarbeiterin die Verzögerung. Spekulationen, dass die Hauptangeklagte Beate Zschäpe Probleme hatte, wurden nicht bestätigt. Die Bundesanwaltschaft legt Zschäpe Mittäterschaft bei allen Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zur Last.

dpa

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