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Deutschland / Welt Trump beleidigt Mutter eines toten Soldaten
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10:27 01.08.2016
Donald Trump (l.) hat sich mit den Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten angelegt, mit Khizr und Ghazala Khan (Archivbild vom Donnerstag). Quelle: EPA/SHAWN THEW/dpa
Washington

Donald Trump hat sich mit den Eltern eines getöteten muslimischen US-Soldaten angelegt. Damit entfachte er allerdings einen Streit, den er nicht gewinnen kann. Nun stellt sich die Frage: Was es ein Fehltritt von Trump zu viel?

Khizr Khan ist der Vater eines gefallenen muslimischen US-Soldaten. Am Donnerstag vergangener Woche hatte er mit seiner Frau an der Seite Trump angeklagt – es war ein bewegender Auftritt auf dem Parteitag der Demokraten. 

Khan: Trump hat nichts geopfert

Der gebürtige Pakistaner Khan sagte, der republikanische Spitzenkandidat habe "bisher nichts und niemanden geopfert". Trump solle nur mal nach Arlington gehen, sich auf dem Friedhof die Gräber von US-Soldaten anschauen – Soldaten aller Ethnien und Glaubensrichtungen.

Trump antwortete darauf in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders ABC unter anderem mit der Bemerkung, die Äußerungen seien wohl vom Redenschreiber seiner Rivalin Hillary Clinton verfasst worden. Dann fuhr der Immobilienmogul fort, er habe sehr wohl "eine Menge Opfer" gebracht. Er arbeite "sehr, sehr hart" und habe Zehntausende Jobs geschaffen.

Trump beleidigt Mutter des toten Soldaten

Dass Khans Frau während der Rede am Donnerstag schweigend neben ihrem Mann auf der Bühne gestanden hatte, kommentierte Trump mit den Worten: "Sie hatte nichts zu sagen(...), vielleicht war es ihr nicht erlaubt, etwas zu sagen."

Die Betroffene, Ghazala Khan, widersprach. Auf der Bühne, mit einem riesigen Foto ihres Sohnes im Rücken, habe sie kaum sprechen können. "Welche Mutter könnte das? Donald Trump hat Kinder, die er liebt. Muss er wirklich fragen, warum ich nicht geredet habe?", fragte sie in einem Gastbeitrag in der "Washington Post".

Antwort des Vaters: Trump hat schwarze Seele

Trump sei ignorant, wenn er den Islam pauschal abwerte, schrieb sie weiter. "Wenn er den wirklichen Islam und den Koran studieren würde, würden sich seine Ideen über Terroristen wandeln, denn Terrorismus ist eine andere Religion."

In einer schriftlichen Erklärung versuchte Trump, seine Äußerungen etwas abzumildern und bezeichnete Khans 2004 im Irak getöteten Sohn als einen Helden. Aber der Vater reagierte abwehrend: Trump habe eine "schwarze Seele", sagte er dem Sender CNN.

Empörung in den USA

Der republikanische Spitzenkandidat hatte in der Vergangenheit wiederholt mit kritischen Äußerungen über Muslime Wirbel ausgelöst. So ging er vor dem Hintergrund der Terrorangriffe islamischer Radikaler sogar so weit, einen Einreisestopp für Muslime zu fordern.

Clintons Wahlkampfmanagerin Karen Finley nannte Trumps Äußerungen an die Adresse der Eltern Khan "schamlos". Der Vorsitzende der Vereinigung irakischer und afghanischer US-Veteranen, Paul Rieckoff, sprach nach Angaben der "Washington Post" von einer "Beleidigung". Auch mehrere republikanische Strategen äußerten Kritik.

So nannte die "New York Times" die Konfrontation einen unerwarteten und möglicherweise "ausschlaggebenden Flammpunkt" bei der Präsidentschaftswahl im November. Bewahrheitet sich das, hätten ein gebürtiger Pakistaner und seine Frau bewirkt, was politische Gegner bisher nicht geschafft haben: zu zeigen, dass Trumps schrille antimuslimische Rhetorik nicht eine anonyme Gruppe trifft. Sie trifft einzelne Menschen.

dpa/afp/RND

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