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17:34 03.12.2017
Corinna Miazga beklagt sich auf dem Parteitag in Hannover über Sexismus in der AfD. Quelle: dpa
Hannover

Frauen kamen auf dem AfD-Parteitag in Hannover meist nur in den Erzählungen ihrer Männer vor. In den Bewerbungsreden für die Beisitzer-Posten erwähnten die Kandidaten gerne, dass und wie lange sie bereits mit ihrer Frau verheiratet sind. Einmal sagte ein Kandidat auch: „Ich bin verheiratet – mit einer Frau, das muss man in Anbetracht der aktuellen Gesetzeslage dazu sagen.“ Bei der AfD ist das immer noch für kopfschüttelnde Lacher gut. Frauen kommen auch als schmückendes und dienendes Beiwerk vor, etwa wenn Parteichef Jörg Meuthen auf dem Presseempfang seiner Lebensgefährtin zuruft: „ Bring mir mal bitte etwas zu trinken und komm her, die sind alle so fies zu mir!“

Eine Frau kandidierte auch für einen Vizeposten: Corinna Miazga aus Niederbayern, die dort schon lange als Enfant terrible gilt und gegen ihren eigenen Ex-Landeschef Petr Bystron antrat. Der habe ihr im Wahlkampf gesagt, „dass Frauen wie ich besser an einer Stange tanzen sollten“. Die Delegierten im Saal, und auf AfD-Parteitagen sind es immer mindestens 80 Prozent Männer, zeigten sich belustigt über diese pikanten Details - und Miazga fiel genauso wie Bystron bei der Wahl durch.

Manchmal wirkt es, als seien Frauen bei der AfD Mittel zum Zweck. Doris von Sayn-Wittgenstein wurde von den Rechtsauslegern des „Flügels“ zur spontanen Kandidatur gegen den eigentlich gesetzten „Gemäßigten“ Georg Pazderski aus Berlin nach vorne geschoben. Nachdem sie Pazderski verhindert und so einen Bundesvorsitzenden Gauland ermöglicht hatte, verschwand die Landeschefin von Schleswig-Holstein wieder in der Versenkung.

Gauland soll im Vorfeld nach einer präsentablen Kandidatin für den zweiten Chefposten gesucht haben, fand aber keine. Mariana Harder-Kühnel aus Hessen muss offenbar noch an Statur gewinnen, in Hannover war sie schon von einem beiläufigen Kompliment eines AfD-Mannes, „meine Lieblingsdelegierte“, aus der Fassung zu bringen.

Und dann war da noch die Hamburgerin, geboren in Ghana, in der ersten Reihe. Die einzige dunkelhäutige Delegierte, die aber weder ihren Namen sagen noch in Erscheinung treten wollte. „Ich bin Deutsche“, war alles, was man von ihr hören durfte.

Die beiden Vorzeigefrauen der Partei sind zu Beisitzern des Bundesvorstands gewählt worden: die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel und Fraktionsvize Beatrix von Storch. Unumstritten sind sie nicht, aber ihr Seltenheitswert scheint sie zu schützen.

Von Jan Sternberg/RND

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